Schönhausen (sl). "Der Garten macht viel Arbeit. Aber wenn ich sonntagabends für das Abendbrot frischen Salat, Gurken und Tomaten holen kann, weiß ich, dass sich die Mühe lohnt." Susanne Northe aus Fischbeck gehört zu den Landfrauen, die sich am Dienstagabend im Garten von Inge und Franz Böttcher in Schönhausen umsahen. Auf rund 400 Quadratmetern wachsen Kartoffeln, Erdbeeren, Zwiebeln, Mohrrüben, Salat, Blumen... "Hoffentlich gibt es jetzt keinen Nachtfrost, das würde vor allem den Erdbeeren nicht guttun." Erika Bauch weiß da Rat: "Wir stellen morgens kurz vor Sonnenaufgang den Sprenger an. Das Wasser, das dann gefriert, schützt. Graupners haben das früher sogar mit den Obstbäumen gemacht, wenn Frost drohte. Und das hilft wirklich!"

So richtig Antwort auf die Frage, wie man denn die ähnlich wie Disteln sehr lästigen Meerrettich-Pflanzen los wird, konnte keine der Landfrauen geben. "Bei uns auf dem Hühnerhof kann er ruhig stehen. Die Hühner und Enten fressen ihn zwar nicht, aber die Blätter bieten einen guten Schutz vor der Sonne", so Inge Böttcher. Edith Eckstedt nahm sich zwei, drei Wurzeln mit, "schmeckt lecker".

Im Spätsommer zur Erntezeit macht sich Inge Böttcher die Mühe, Obst einzuwecken und auch Marmelade zu kochen, "es ist doch zu schade, um es verkommen zu lassen. Und selbstgemachte Marmelade und Kompott schmecken einfach besser als aus dem Supermarkt!"

Und dann gibt es noch Bäumchen, die eigentlich nicht in einen Gemüsegarten gehören: Eichen. "Die zieht meine Frau selbst. Wir haben auf dem Hof eine große Eiche, unter der immer kleine Pflänzchen wachsen. Ein paar davon pflanzen wir hierher in den Garten um, damit sie gedeihen können. Und wenn sie groß genug sind, grabe ich sie aus uns setze sie an Stellen rings um Schönhausen wieder in die Erde", sagt Franz Böttcher und zählt etliche Stellen auf, an denen die Eichen schon zu Bäumen herangewachsen sind. "Schönhausen war ja einst von Eichenwäldern umgeben." Dass der Biber heute dafür sorgt, dass die wertvollen Bäume nicht alt werden, ärgert auch die Landfrauen. Jede kennt etliche Stellen, an denen der unter Naturschutz stehende Nager "ganze Arbeit geleistet" und die Bäume umgelegt hat.

Bei Böttchers gab es Dienstagabend noch mehr zu sehen als nur den Garten. Nämlich das Museum unter dem Dach der alten Scheune. Was die Landfrauen hier alles entdeckten, lesen Sie demnächst.