Scharlibbe. "Lärm oder Geruch von der Biogasanlage sind im Dorf nicht zu vernehmen", berichtete der Scharlibber Alfred Henschke. Er hatte sich neben knapp hundert weiteren Gästen am Sonnabend zum Tag der offenen Tür in der Anlage der örtlichen Agrargenossenschaft eingefunden. Initiiert wurde die Aktion, an der sich auch weitere Anlagen beteiligten, anlässlich des "Tages der erneuerbaren Energien" von der "Bioenergie-Region Altmark".

Durch die Anlage führte Fachmann Frank Schirmer. Der Scharlibber ist mit dieser rund um die Uhr per Handy verbunden: Gibt es eine Störung, kommt ein Anruf. Übers Internet kann er von überall auf die Daten der Computersteuerung zugreifen.

Gleich zu Beginn des Rundganges gibt es ein Deja-vu mit Havelberg: Dort nämlich werden die grünen Annahmedosierer hergestellt, welche die Biogasanlagen mit Maissilage füttern. Jener in Scharlibbe fasst 60 Kubikmeter, 35 Tonnen Silage lagerten zum Zeitpunkt der Führung in dem Container. Die Havelberger liefern in alle Welt, das Geschäft boomt.

Im Pumpenraum werden die Steine aussortiert, die Silage kommt in den Fermenter. Hier entsteht das Gas, der im Fermenter anfallende Schwefel wird ebenso wie der Gärrest von der Genossenschaft als Dünger genutzt. Im Gegensatz zum scharfen Dung können Gärreste sogar direkt auf die Pflanzen ausgebracht werden.

Der Fermenter wird von Sensoren überwacht, bei Havarien wird das Personal verständigt. Sollte es dennoch zum Überdruck kommen, geht eine Fackel an, die das Gas kontrolliert abbrennt. Vorgekommen ist das in Scharlibbe noch nie, lediglich einmal im Monat erfolgt ein Probelauf.

Lärm entsteht lediglich im Motorraum, der 12-Zylinder-Motor liefert 537 Kilowatt, die über einen Trafo gleich ins Stromnetz eingespeist werden. "Am Vortag haben wir 13 Megawattstunden eingespeist", informierte Frank Schirmer nach einem Blick auf den Computer. Das reicht für sehr, sehr viele Menschen: Ein Zwei-Personen-Haushalt benötigt am Tag um die acht Kilowattstunden.