Havelberg. Mit einer Frage an den Bürgermeister war der Leiter der Havelberger Grundschule "Am Eichenwald", Lothar Riemann, am Donnerstagnachmittag zum Kaffeeklatsch der Havelberger Volksstimme vor das Domizil der Volkssolidarität in die Semmelweisstraße gekommen. "In welchem Gebäude wird die Grundschule untergebracht sein, wenn die Sekundarschule nach Abschluss der Baumaßnahmen im jetzigen Gymnasium-Komplex in dieses Schulhaus umzieht?" Lothar Riemann stellte die Frage nicht ohne Grund. "Denn ich möchte in meiner Schule gerne ein Computerkabinett einrichten", sagte er. Allerdings wäre dafür im jetzigen Grundschulgebäude eine ganze Reihe kostenintensiver Arbeiten vonnöten, schließlich müssten hier erst einmal die Voraussetzungen (Leitungen, Anschlüsse etc.) für ein solches Kabinett geschaffen werden. Im benachbarten Haus der Sekundarschule dagegen, das über ein modernes Computerkabinett verfügt, wären alle diese Installationen bereits vorhanden.

"Verbindlich weiß heute noch niemand, ob die Sekundarschule in einem oder in zwei Jahren oder zu einem noch späteren Zeitpunkt leergezogen wird", antwortete Bernd Poloski. Auch gäbe es noch keine konkreten Pläne, was mit der ehemaligen Berufsschule dann passieren soll. Eine mögliche Option, sie für die Grundschule zu nutzen, sehe er schon, zumal die Bausubstanz des alten Hauses wesentlich besser sei als die der jetzigen Grundschule. "Aber man muss auch damit im Zusammenhang stehende Neuinvestitionen und Werterhaltungsmaßnahmen in Betracht ziehen sowie die größere finanzielle Belastung, die durch die Bewirtschaftung dieses größeren Gebäudes entsteht", erklärte der Bürgermeister. Und sich - egal, welches Schulgebäude dann von Leerstand betroffen sein wird - im Klaren darüber sein, was mit dieser Immobilie geschehen soll. "Womöglich wird sich ein Abriss nicht vermeiden lassen, was in der Stadt erneut für heftige Diskussionen sorgen dürfte", ist sich das Stadtoberhaupt sicher. Er kenne zum Beispiel Lehrer, die im Gebäude der ehemaligen Berufsschule - später Julian-Marchlewski-Oberschule und jetzt Sekundarschule "Am Weinberg" - ihr halbes Leben verbracht hätten.

Uferpromenade ist kein Radweg

Ein ganz anderes Problem lag einer Dame auf dem Herzen, die "erst vor kurzem nach Havelberg gezogen" ist, wie sie erzählte. "Meinen Namen kennt hier sowieso noch niemand, darum ist der auch nicht so wichtig", meinte sie lächelnd. Sie wünscht sich, dass die Uferpromenade in Havelberg - von der Fischgaststätte bis zum Yachthafen - das bleibt, was sie, durch entsprechende Hinweiszeichen auch angezeigt, sein soll: eine Spaziermeile für Fußgänger. "Seit ich Neu-Havelbergerin bin, ist mir allerdings aufgefallen, dass Leute hier immer wieder zur Seite springen müssen, um Fahrradfahrern den Weg frei zu machen. Auch mir ist das schon so ergangen", berichtete die Frau. Radler haben auf der Uferpromenade jedoch nichts verloren - außer sie schieben ihren Drahtesel. In der angrenzenden Bahnhofstraße steht ihnen in der gleichen Richtung beiderseits genügend Platz zur Verfügung.

Etwas mehr über die Arbeit in den Fraktionen des Stadtrates und darüber, wie sich die Stadträte für die Interessen der Bürger einsetzen, möchte Paul Zietz in der Havelberger Volksstimme lesen. "Oftmals kommt es mir vor, als würde ich eine Kindergarten- oder Schülerzeitung aufschlagen, weil Berichte aus diesen Einrichtungen die Nachrichten im Lokalen beherrschen." Natürlich müssten sich auch Veranstaltungen in Kitas und Schulen im Blatt widerspiegeln, aber in einem vernünftigen Rahmen, meinte Paul Zietz. Wer keine Kinder oder Enkelkinder in den Einrichtungen habe, interessiere sich eben nicht dafür, sagte er. Gern lese er dagegen auch Artikel, die das Vereinsleben in der Stadt beleuchten, sowie Berichte über das Sportgeschehen.

Ärger mit der Abfallentsorgung

Immer wieder die Reiselust packt Wolfgang Preßl aus Havelberg. Als Weltenbummler reiste er mit seiner Frau durch viele Länder und lernte Menschen, Natur und Umwelt kennen. Über seine Erlebnisse in aller Welt könnte er mehrere Bücher schreiben, erzählte er beim Kaffeeklatsch am Donnerstag. Sein erstes, "Erinnerungen am Kamin", ist 2010 erschienen. Auch vorgestern war Wolfgang Preßl in Gedanken schon wieder bei seinem nächsten Ziel. Denn heute fliegt er für zwei Wochen nach Griechenland. Aber eines wollte er vorher noch los werden. "In der Amtstorstraße, wo ich wohne, hat es mit der Abfall- und Müllentsorgung zuletzt überhaupt nicht geklappt." Damit die Papiertonnen überhaupt abgeholt wurden, musste Wolfgang Preßl erst einmal deutliche Worte am Telefon mit einer Kollegin von der Abfallentsorgungsgesellschaft ALS sprechen. "Das Argument der ALS lautete: Weil die Straße derzeit wegen einer Baustelle gesperrt ist, kommen wir da nicht rein und können die Behälter so auch nicht leeren." Die Sperrung betrifft allerdings nur die Einmündung an der Lindenstraße. Von der Domherrnstraße aus könnten die Entsorgungsfahrzeuge die Amtstorstraße problemlos befahren. "Aber auch hier kommt die ALS mit einem Gegenargument", berichtet Wolfgang Preßl. "Für die Fahrzeuge bestünde in diesem Fall keine Wendemöglichkeit." Schließlich klappte es mit der Entsorgung dann aber doch noch. Und zwar von einem Tag auf den anderen. "Wenn die Abfahrer wollen, dann geht es auch", kommentierte Wolfgang Preßl.

Da das Problem nicht nur ihn betreffe, sondern auch andere Bewohner der Straße, bat er den Bürgermeister, zusammen mit dem Baubetrieb und der ALS eine Lösung für die pünktliche Abfuhr der Behälter zu finden. Bernd Poloski sicherte ihm zu, die Frage an die dafür Zuständigen weiterzuleiten. (Weiteres folgt.)

 

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