Detlef Rehberg, Pension "Alte Post": "Es gibt kein Miteinander in Havelberg, daran scheitert so viel. Manche denken, Hauptsache, es schadet mir nicht und der andere hat keinen Nutzen. Es sind fast immer die selben, die was machen."

Volker Laurenz, Nitzow, im Kulturprojekt engagiert: "Die Havelberger sind schwer für Veränderungen zu gewinnen. Man hat den Eindruck, dass manche denken: Macht mal und wir gucken. Wenn es gut ist, machen wir mit. Der erste Schritt ist, etwas gemeinsam zu wollen. Dann bekommt man auch eine Mehrheit."

Christiane Rateitschak, "Eisen-Kühn": "Wir bereiten gerade wieder das Stadtinselfest vor. Dabei komme ich mir manchmal vor wie ein Bettler. Zehn Euro, mehr wollen wir gar nicht von den Händlern. Zu unseren Treffen kommen wenige, es sind immer die gleichen."

Gudrun Krüger, "Alles aus dem Ei": Das Problem ist, es fehlt an einem, der alles in die Hand nimmt und Ansprechpartner ist."

Hans Carnol, Weine & Geschenke: Eine Marke Stadtinsel zu schaffen, finde ich gut. Wir sollten nicht Anhängsel bei Festen sein. Das ist zwar immer eine nette Atmosphäre, aber die Kunden nehmen uns nicht als Insel wahr. Wir müssen den Kunden zeigen, dass wir ein großes Einkaufshaus sind, und zwar jeden Tag, nicht nur bei Festen. Gut wäre wohl ein ,Ingangsetzer\' von außerhalb wie beim Kulturprojekt Stadtinsel."

Burghard Braatz, Havelberg, im Kulturprojekt engagiert: "Ich war lange Jahre selbständig und weiß, wie stark Gewerbetreibende gegenüber einem Gemeinderat sein können. Hier fehlt es am Zusammenhalt. Aber das ist das Problem der Leute selbst, nicht das des Bürgermeisters oder der Stadtverwaltung. Die Stadt schafft Rahmenbedingungen, aber der Unternehmer muss selbst und ständig tätig sein und sollte Gleichgesinnte suchen."

Anne Kreye, Pädagogin im ELCH: "Ich bin neu in Havelberg, habe vorher noch nie von der Stadt gehört und war skeptisch. Frisch vom Studium gekommen, wäre Berlin vielleicht gut gewesen. Aber ich finde es sehr schön hier in Havelberg und über den Tourismus lässt sich viel machen. Wir jungen Leute campen zum Beispiel sehr gern und erzählen weiter, wo es schön ist. Solch eine Veranstaltung hier sollte genutzt werden, um gemeinsam was zu machen und nicht, um private Probleme loszuwerden."

Marc Schwade, Consilium GmbH: "Die Stadt signalisiert Ihnen ständig, wir unterstützen euch. Und Sie wollen auch, aber wo wollen Sie hin?"

Holger Scheibig, conceptfabrik: "Sie sind hier schon eine Menge Leute, machen Sie doch was zusammen und nehmen sich das erste Projekt vor, vielleicht den Einkaufsführer."