Die Gelegenheit, mit den Mitarbeitern der Volksstimme und mit dem Bürgermeister ins Gespräch zu kommen, haben viele Havelberger anlässlich des Volksstimme-Kaffeeklatsches genutzt. Über einige Themen haben wir bereits berichtet. Aber es gab noch weitaus mehr, was die Bürger bewegt. So zum Beispiel die Situation auf den Spielplätzen der Stadt.

Havelberg. Auf einem Platz im Neubaugebiet, wo es noch einen Basketballkorb gibt, lagen in letzter Zeit viele Glasscherben herum. "Da müssen etliche Flaschen zerdeppert worden sein", berichtete Birgitt Klatt. "Als ich dann eine Kehrmaschine zur Umgehungsstraße an der Bundeswehr fahren sah, fragte ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, dass sie mal über diesen Platz fährt." Ihr Sohn Marvin (8) spielt auf dem Platz gern mit seinen Freunden Ball. Doch angesichts der vielen Scherben halte sich der Spaß in Grenzen.

Überhaupt sehe es mit den Spielplätzen im Neubaugebiet recht traurig aus. Auf den Hinterhöfen im Bereich Neustädter und Breite Straße sind nur noch Sandkästen vorhanden. "Das ist wirklich schade, dort könnten Kinder so schön spielen. Wenn ich sehe, wie voll die beiden Kindergärten sind, müsste doch mal was gemacht werden", sagte Birgit Zimmermann, die zusammen mit Birgitt Klatt zum Kaffeeklatsch gekommen war, um einige Problemstellen anzusprechen, die ihnen in der Stadt aufgefallen sind.

Birgit Zimmermann ärgert sich schon seit längerem, dass am alten Bahnhof das Unkraut in die Höhe schießt. "Das Schild ,Herzlich willkommen\' passt überhaupt nicht, dort sieht es unmöglich aus." Und so wie etliche andere Havelberger auch stören sie die vielen Haufen, die Hunde an der Uferpromenade und den Rasenflächen daneben hinterlassen. Aufmerksam machte sie darauf, dass am Spielplatz im Calvarienweg Müll unterm Papierkorb liegt, "dort fehlt wohl der Boden".

Beide Frauen nutzten die Gelegenheit, gleich mit Bürgermeister Bernd Poloski über einige Themen zu sprechen. Und auch wenn nicht alles in den Händen der Stadt liegt, notierte sich das Stadtoberhaupt vieles.

Stadtsache ist es zum Beispiel nicht, dass das Schulschwimmen erst in der 3. Klasse angeboten wird. "Das ist viel zu spät, wir haben hier viel Wasser ringsum, da müssen die Kinder eher schwimmen lernen", sagte Birgitt Klatt. Über dieses Thema kam das Gespräch an dem Tisch bei Erdbeertorte und Kaffee dann auf das Havelberger Erlebnisbad. Ließe sich in Havelberg ein Hallenbad einrichten, überlegten die beiden Frauen.

Der Bürgermeister antwortete mit der Frage: "Was lässt sich noch bezahlen? Wir sind in der Stadt mit Krankenhaus, Polizei, allen Schulformen, Kindergärten und einem relativ guten Ärztebesatz recht gut ausgestattet. Wir haben das Freibad der Stadtwerke hier und Schwimmhallen in der Region.

Bei einem Hallenbad sind die Kosten noch höher", gab er zu bedenken und berichtete, dass allein die Kosten für das Personal, das im Havelberger Freibad Eintritt kassiert, höher liegen als die Einnahmen. Jährlich werde das Bad mit gut 200000 Euro subventioniert. Man dürfe gar nicht hochrechnen, was man an Fördergeldern bekommen würde, setzte man dieses Geld als Eigenmittel für Förderprogramme ein, so der Bürgermeister.

Es gab aber nicht nur Kritik oder Probleme, die beim Kaffeeklatsch angesprochen wurden. "In den vergangenen Jahren ist schon viel passiert in Havelberg, viele Straßen und Häuser wurden gemacht", sagte Frank Nutsch. Als Elektromonteur komme er viel in Deutschland herum, ist nur am Wochenende in Havelberg. Vielleicht sieht man positive Veränderungen dann besser?

Seine Mutter Rosemarie Nutsch wollte von Bernd Poloski wissen, wann es denn wieder eine Seniorenweihnachtsfeier der Stadt geben wird. "Die waren immer sehr schön", sagte die Seniorin und verriet: "Wir feiern und tanzen immer sehr gern." Nachdem der Wappensaal in der Bundeswehrkaserne abgerissen wurde, gibt es in der Stadt keinen geeigneten Saal mehr, um mit rund 200 Senioren gut feiern zu können. "Sobald wir dafür aber wieder eine Gelegenheit haben, wird es auch wieder die Seniorenweihnachtsfeiern geben", antwortete der Bürgermeister. Die Sporthalle eigne sich nicht dafür, sie ist als Sportstätte errichtet und es wäre ein zu großer Aufwand und zu teuer, sie für Feiern umzufunktionieren, sagte er auf die Frage von Rosemarie Nutsch. Er machte zugleich darauf aufmerksam, dass Senioren in den vergangenen Jahren aber dennoch zu Weihnachtsfeiern gehen konnten. Volkssolidarität, Kirche und Vereine zum Beispiel luden dazu ein.

Das Thema Spielplätze sprach auch Elisabeth Richter an, die auf dem Weg mit dem Rad vom Seniorenheim nach Hause am Stand der Volksstimme in der Semmelweisstraße anhielt. Sie kam gerade vom Singen mit den älteren Leuten. Sie hatte erst vor kurzem ein Frühlingsgedicht an die Volksstimme geschickt und sich über die Veröffentlichung gefreut. Sie findet es gut, wenn in der Zeitung abwechslungsreiche Geschichten stehen, die man älteren Leuten in Heimen vorlesen kann.

Wenn ihre Enkel zu Besuch sind, geht sie gern mit ihnen zum Spielplatz auf der Landzunge am Havelvorland. "Sie waren ganz enttäuscht, dass die Schaukel weg ist. Ich sehe so viele Muttis mit Kinderwagen in der Stadt. Diese Kinder wollen auch mal irgendwann spielen. Es muss was passieren mit den Spielplätzen in der Stadt."

Helene Korth kam mit Mutti Ina, Oma und Brüderchen zum Kaffeeklatsch, weil sie im Auftrag ihrer Mitschüler einen Beitrag abgeben wollte (siehe unten). Ina Korth fragte im Auftrag ihrer 89-jährigen Nachbarin Anni Holzkamp, ob beim Bau des Geh- und Radweges am Stadtberg zum Friedhof hoch auch an die älteren Leute gedacht wurde, die mit einem Rollator unterwegs sind. Hier soll ein Mauerdurchbruch Abhilfe schaffen, antwortete Wolfgang Masur gleich, der als freier Mitarbeiter der Volksstimme öfter über den Weg berichtet hat. Der Wegeneubau auf beiden Seiten des Stadtberges war Inhalt mehrerer Gespräche. So findet Michael Jurjanz, der viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, die Wege sehr schmal. Dass sich alle daran halten, wirklich nur den Weg in der angegebenen Fahrtrichtung zu benutzen, wollte keiner so recht glauben.

Mehr Bänke in der Stadt wünscht sich nicht nur Erika Urban. Auch andere Volksstimme-Leser sprachen dieses Thema an. So könnten an der Promenade in Höhe Touristinfo viel mehr Bänke stehen.

In der Volksstimme wünscht sich Herbert Schneider mehr Seiten in Farbe. Dorothea Förster würde es gut finden, wenn unter "Was? Wann? Wo?" auf der Service-Seite die Notdienste noch besser auf einen Blick zu sehen sind. "Wer in Aufregung ist und dringend Hilfe braucht, hat keine Zeit zu suchen", weiß die erfahrene Krankenschwester, die vor kurzem in den Ruhestand gegangen ist.

   

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