Mit vielen lobenden Worten und 500 Euro ausgezeichnet, sind Jennifer Furchheim, Pia Herdam und Sandra Bioletti vor einer Woche aus Magdeburg zurückgekehrt. Sie erhielten bei der InterUnternehmerinnenkonferenz den 1. Preis des Landes Sachsen-Anhalt für Schülerinnen, die sich als junge Unternehmerinnen engagieren.

Havelberg. "Wir waren total überrascht, als uns Herr Dr. König sagte, dass wir den ersten Preis gewonnen haben", sagt Pia Herdam, als die Volksstimme die jungen Unternehmerinnen in dieser Woche in ihrer Schülerfirma besuchte. "Wir wollten das Formular erst gar nicht ausfüllen, weil wir nicht damit gerechnet haben, eine Chance zu haben. Jetzt sind wir natürlich stolz", erzählt die 17-Jährige weiter. Sie ist in der Schülerfirma mcubic des Havelberger Schülerinstitutes SITI für Design und Layout verantwortlich. Jennifer Furchheim (18) kümmert sich als Firmenchefin um Buchführung, Finanzen, Kostenvoranschläge. Sandra Bioletti (17) ist für die Film- und Audioaufnahmen verantwortlich.

"Jeder hat zwar seine Aufgaben, aber wir helfen uns gegenseitig", sagt Pia. Sicher ein Grund für den Erfolg der Schülerfirma, die beim erstmals vergebenen "girls business Preis Sachsen-Anhalt 2011" gleich ganz vorn landete. Gemeinsam mit dem Leiter des SITI, Dr. Hannes König, waren sie vorigen Freitag nach Magdeburg gefahren. Auf der 6. InterUnternehmerinnenkonferenz nahmen sie den Preis entgegen. Sie stellten ihre Firma mit einer Powerpointpräsentation vor und beantworteten viele Fragen. "Das haben die Mädchen ganz toll gemacht, ich habe hinterher noch viele lobende Worte gehört", berichtet Hannes König.

2008 hatten die drei Gymnasiasten, die jetzt in der 11. Klasse sind, die Schülerfirma für Marketing und Multimedia übernommen. "Sandra und ich waren im Medienkurs und Herr König fragte uns, ob wir mitmachen wollen. Jennifer war im Wirtschaftskurs und übernahm die Firmenleitung", berichtet Pia. "Die Arbeit macht Spaß", sagt Sandra. "Man lernt dabei, Verantwortung zu übernehmen, selbständig und zusammen zu arbeiten", ergänzt Pia. "Man wird auch selbstbewusster", so Jennifer.

Die Schülerfirma mcubic erstellt zum Beispiel traditionell die DVDs zu den Abiturfeiern. Für die CD der Plattdeutschgruppe des Heimatvereins erarbeiteten die Mädchen das Cover und übernahmen die Produktion. Für die Schülerfirmen fertigten sie einen Image-Film an, vom Weihnachtskonzert ihrer Klasse eine DVD, für einen ehemaligen Lehrer ein Hörbuch. Als nächstes steht neben der Abi-DVD auch ein Image-Film zum formel-future-Wettbewerb an. CD-Roboter, Computer, sogenannte semi-professionelle Videotechnik stehen ihnen zur Verfügung. Das Preisgeld wollen sie für die Reparatur ihrer Kameras nutzen.

Ob sie sich später einmal selbständig machen, wissen sie heute noch nicht. Aber bei der Berufsorientierung hilft die Praxis auf jeden Fall. Pia möchte in Richtung Mediengestaltung gehen, Jennifer kann sich den Wirtschaftsbereich vorstellen, Sandra überlegt noch. Fakt ist, dass die drei gute Erfahrungen sammeln. "Sie sind unternehmerisch tätig, weitestgehend selbst organisiert und arbeiten ihre Aufträge selbständig ab", lobt Hannes König.