Wegen illegaler Entsorgung von Abfällen hat das Umweltamt des Landkreises Stendal nach den Gemeinden Schollene, Klietz und Schönhausen nun auch Wust-Fischbeck im Visier. Die Ratsmitglieder schüttelten am Dienstagabend die Köpfe über die Gesetze, die eine Lagerung von Gras- und Baumschnitt verbietet.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt

Wust-Fischbeck. "Was lassen wir uns eigentlich noch alles gefallen vom Landkreis und der Landesregierung? Völlig irrsinnig, was man uns hier auferlegt!" Hans-Werner Friesecke hatte wie alle anderen Ratsmitglieder von Wust-Fischbeck ungläubig zugehört, wie Bürgermeister Bodo Ladwig von der Androhung eines Verwaltungsverfahrens berichtete. Vor wenigen Tagen gab es bereits einen Termin an der Stelle, an der die Gemeinde in Fischbeck laut neuem Abfallentsorgungsgesetz Grünes illegal entsorgt. Demnach darf Grasschnitt nur noch bis zu einem Kubikmeter gelagert werden, Baumschnitt gar nicht. Stattdessen muss es zur Deponie nach Demker gebracht werden. "Da können wir als Gemeinde uns ja gleich bankrott erklären", so Karl-Friedrich Peters\' Kommentar.

Die Fläche im Gewerbegebiet, auf der die Gemeinde das Grün lagerte und kompostierte, hatte Bodo Ladwig vor dem Termin noch von Müll entsorgen lassen. "Denn leider gibt es ein paar Unvernünftige, die hier einfach ihren Abfall hingeschmissen haben. Dieses Problem haben wir leider auch an anderen Stellen in der Gemeinde."

Und wie nun weiter mit dem "illegalen Abfall"? Der Bürgermeister berichtete, dass nun der Baumschnitt herausgesucht wird und ein Antrag auf Traditionsfeuer gestellt wird. In Fischbeck und auch in Kabelitz soll um Pfingsten das Feuer entfacht werden, "das wird ein Haufen Arbeit, hoffentlich bekommen wir überhaupt die Genehmigung für das Abbrennen". Die Mitarbeiter des Umweltamtes, mit denen es laut Bodo Ladwig "ein sehr sachliches Gespräch" gegeben hat, kündigten bereits an, dass laut neuem Gesetz das Entfachen von Traditionsfeuern auch nicht mehr ohne Weiteres genehmigt wird, das treffe auch auf das Verbrennen von Weihnachtsbäumen im Januar zu.

"Und wir müssen sehen, wie wir möglichst kostengünstig den Grasschnitt loswerden", weiß Bodo Ladwig auch noch keine Lösung.

Weil die anderen Gemeinden das gleiche Problem haben, fand bereits vor kurzem eine Zusammenkunft mit dem Landrat statt, eine weitere ist geplant. "Da müssen wir unser Unverständnis über solche Gesetze ganz deutlich zum Ausdruck bringen! Soll doch mal jemand von der Landesregierung herkommen und uns erklären, was daran so schlimm ist, Gras zu lagern", schüttelte Hans-Werner Friesecke den Kopf.