Kamern (ifr). Sagen über die Frau Harke aus den Kamernschen Bergen erzählte kürzlich Caren Pfundt in der Kindertagesstätte Kamern. Zum Beispiel, wie diese den ihr verhassten christlichen Dom in Havelberg mit Sand zuschütten wollte, beim Schwungholen ihr Schürzenband riss und so die Rhinower Berge entstanden. Auch die Stendaler Kirche wollte sie mit einem Felsbrocken zerstören, doch blieb der Stein bei Arneburg liegen. Verärgert verließ Frau Harke die Kamernschen Berge, des Nachts setzte sie in Arneburg über die Elbe. Als Lohn erhielt der Fährmann einen Topf voller Scherben, den er in die Elbe warf. Am nächsten Tag hatten sich die Scherben in Gold umgewandelt.

Zum Andenken steckte die Sagengestalt ihren Spinnrockenstock, die Hedemicke, am Kamernschen Ortsausgang in die Erde, erzählte Caren Pfundt weiter. Die Kinder hingen an ihren Lippen, vor allem Fenja Lindemann, Elias und Johann Schneider sowie Johannes Schröder, die schon fast alles kannten. Caren Pfundt hatte sich entsprechend angezogen und auch ein Arbeitsgerät aus jener Zeit mitgebracht, ein Spinnrad. Sie zeigte den Kindern, wie gesponnen wird, wie ungewaschene Wolle riecht oder wie die beiden Fäden zu einem zusammengeführt werden. Mit dabei hatte sie auch einen Teddy und zwei Schäfchen aus Wolle, die sie ebenso wie ein Paar Socken selbst hergestellt hatte.

Der Besuch ist Bestandteil des Frau-Harke-Projektes der Tagesstätte.