Spätestens zu Strandfest und Bootskorso am 20. August soll die alte landwirtschaftliche Fähre neue Bohlen erhalten haben. Die Nitzower wollen dann am Havelufer mit ihren Gästen auf der Fähre tanzen. Bis dahin ist noch einiges an Arbeit zu leisten. Der Ortschaftsrat sprach am Mittwochabend darüber.

Nitzow. Nachdem die Nitzower Fähre ab Mitte der 1990-er Jahre nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt wurde, lag sie gut fünf Jahre im Havelberger Winterhafen, bevor 2007 ihr endgültiges Aus als schwimmendes Objekt gekommen war. An der Spülinsel diente sie als Plattform für Veranstaltungen und zum Anlegen der Wasserwanderer. Ein Gutachter stellte fest, dass die Fähre nicht mehr sicher auf dem Wasser lag. Reparaturkosten standen aber in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Zum Verschrotten fanden die Nitzower ihre Fähre aber zu schade und sie nahmen sie wieder zurück, damit sie am Havelufer als technisches Denkmal erhalten bleibt. Dort liegt sie an Land und soll aufgearbeitet werden. Beim Arbeitseinsatz Anfang April wurden die alten Bohlen herausgenommen. Jetzt soll eine neue Beplankung folgen.

Das Holz dafür hat die Ortschaft bereits seit einiger Zeit gut eingelagert, damit es trocknen konnte. Auf der Ortschaftsratssitzung am Mittwoch einigte sich der Rat, in der kommenden Woche mit den ersten Arbeiten zu beginnen. Nitzower werden angesprochen und um Mithilfe gebeten, so Ortsbürgermeister Fritz Olboeter.

Die Bohlen sollen mit Firnis gestrichen werden, bevor sie als Bodenbelag eingebaut werden. Ob die alten Bolzen wieder verwendet werden können, muss ausprobiert werden. "Holzwurm" André Neumann hat seine Unterstützung zugesagt. Die Jagdgenossenschaft steuert 350 Euro bei.

Das alte Fährhäuschen, in dem sich einst der Motor befand, soll später mal als Ausschank dienen. Einige Verschönerungsarbeiten sind noch erforderlich, sagte der Ortsbürgermeister. Fakt ist, zum Bootskorso wollen die Nitzower auf ihrer alten Fähre tanzen.

Strandfest und Bootskorso sind für Sonnabend, 20. August, geplant. Im nicht öffentlichen Teil ihrer Sitzung beschlossen die Ortschaftsräte am Mittwoch die Vergabe für die Versorgung. Den Zuschlag bekam wie im vergangenen Jahr das Bistro "Mc Tom" aus Havelberg, informierte Fritz Olboeter gestern auf Volksstimme-Nachfrage.

Beschlossen wurde auf der Sitzung zudem die Verteilung der finanziellen Mittel aus dem Kulturfonds. 1300 Euro stehen in Nitzow dafür parat. Die Volkssolidarität soll als diejenige im Ort mit den meisten Mitgliedern 300 Euro erhalten. Angler, Schützen, Kleintierzüchter und Feuerwehrverein bekommen je 250 Euro. Fürs nächste Jahr sollen Kriterien festgelegt werden, wie diese Kulturgelder anders verteilt werden. Aktivitäten für die Öffentlichkeit und insbesondere für Kinder und Rentner sollen besonders gefördert werden.