Um einiges ärmer wäre die Stadt Havelberg - vor allem, was die Zeitzeugen der Vergangenheit betrifft - wenn es den Heimatverein nicht geben würde. Dieser feierte am Sonnabend im Gasthaus im Mühlenholz unter den ehrwürdigen Eichen sein 20-jähriges Bestehen.

Havelberg. Die Eichen und der Havelberger Verein haben eines gemein - beide sind fest verwurzelt in ihrer Heimat. So gesehen, konnte es gar keinen besseren Treffpunkt zum Feiern geben, als hier im schattigen Mühlenholz.

Vorsitzender Thomas Krispin ließ in seiner Ansprache die zahlreichen Projekte der Heimatfreunde noch einmal Revue passieren: Der größte Brocken war die Sanierung der Mauer am Dom. Viel Geld verschlangen auch solche Vorhaben wie die Sanierung des Denkmals in Toppel, des Wegweisers an der Ampelkreuzung und des Reliefs am Krugtor, die Bepflanzung des Prälatenweges und der Kriegsgräber, die Errichtung des Schifferdenkmals am Bahnhof und des Marwitz-Denkmals auf dem Stadtfriedhof sowie das Aufstellen von diversen Bänken.

Ein aktuelles Projekt ist derzeit in Arbeit: Am einstigen Kreishaus in der Genthiner Straße entsteht ein großes Wandgemälde, das künftig alle Vorbeiziehenden in Havelberg begrüßen wird. Hierbei hatte sich Dr. Hans-Jürgen Nisch vom Vereinsvorstand engagiert, er leitet zugleich die Arbeitsgruppe "Stadtgrün".

Großen Anteil an der reibungslosen Vereinsarbeit hat Schatzmeisterin Erika Rittner, die zudem zahlreiche amtliche Anträge ausfüllen musste, um an Fördergelder zu gelangen. "Unser Verein hat das Potenzial, Werte zu schaffen", so Thomas Krispin rückblickend. Ein Dank ging an den Bauhof, der oft unterstützte.

Zu den Projekten gehören auch weniger sichtbare Dinge, wie die Herausgabe der heimatgeschichtlichen Hefte, einer CD der Singegruppe oder die regelmäßigen Treffs der Freunde der plattdeutschen Mundart. Fester Bestandteil dieser Treffs ist seit vielen Jahren die Singegruppe, die von Margarete Bartels geleitet wird. Zudem unterstützt der Verein die Nachwuchsarbeit mit Plattsnakern an den Schulen. Beliebt sind auch die Vorträge sowie Exkursionen in die nähere Umgebung.

Jüngstes "Kind" im Verein ist das "Kulturprojekt Stadtinsel", welches noch vieler Helfer bedarf.

"In den letzten 20 Jahren hat der Verein ungeheuer viel geleistet und viele Menschen erreicht", lobte Bürgermeister und Mitglied Bernd Poloski. Er sei einer der stärksten Vereine in der Stadt mit einem enormen und vielseitigen Aufgabenfeld. Als kleines Geschenk hatte er Freikarten für "Kunst im Rathaus" dabei.

Fritz Neye vom Mundartzirkel aus Kyritz überbrachte herzliche Grüße auf Platt, Annemarie Ostermeyer trug ein plattdeutsches Gedicht vor. Glückwünsche kamen auch aus Großderschau.

Blumen für langjährige aktive Mitglieder durften zu einem solchen Festakt nicht fehlen: Geehrt wurden der Ehrenvorsitzende Herbert Stertz, Käthe Lörzer, Margarete Bartels, Karla Martins, Heide Schumann, Dr. Hans-Jürgen Nisch, Erika Rittner, Thomas Krispin und Renate Thiemann.

"Heut ist ein wunderschöner Tag" sang die Singegruppe im Anschluss, sowie - mit Blick auf die Buga - "Von Havelberg bis Brandenburg". Später trat noch eine Volkstanzgruppe auf.