Havelberg (ifr). Zu Besuch in Havelberg war am vergangenen Freitag die naturschutzpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Bundestagsfraktion, Undine Kurth. Die Fraktion erarbeitet gerade ein grünes Biodiversitätskonzept, wobei die Bundesländer eine wichtige Rolle spielen, sind sie doch für den Natur- und Artenschutz zuständig.

Zur Arbeit am Konzept gehört auch, sich vor Ort ein Bild von der Umsetzung größerer Naturschutzprojekte zu machen. Die Havel-Renaturierung, für die etwa 25 Millionen Euro eingeplant sind, ist eines davon. Nabu-Projektbüro-Leiter Rocco Buchta informierte das Bundestagsmitglied über Einzelheiten.

Grundlage der Renaturierung ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie. An zwei Stellen nahe Havelberg wurden bereits wieder naturnahe Ufer hergestellt, so Rocco Buchta. Untersuchungen hatten ergeben, dass an den Stellen, die mit Deckwerk bedeckt sind, keine einheimischen Arten leben. Allerdings werde nach der Entsiegelung eine Erosion des Ufers befürchtet. Darum werde jene Stelle, an der im Vorjahr auf 157 Metern Länge die erste Maßnahme stattfand, eine gewisse Zeit lang untersucht.

Am Vortag habe in Havelberg die Antragskonferenz zum Planfeststellungsverfahren stattgefunden, so Rocco Buchta. Jetzt werden die Unterlagen für dieses Verfahren erstellt, Ende des Jahres könnte es, wenn alles klappt, eröffnet werden. Ein Jahr wird es in etwa in Anspruch nehmen, ab 2013 könnten dann erste Umsetzungen erfolgen. Für Vehlgast ist der Förderbescheid eingetroffen, hier gibt es ein eigenständiges Verfahren.

Mit an der Havel dabei war auch ein Fernsehteam aus Südkorea. Es befasst sich in Europa näher mit der Renaturierung von Flüssen, um dies dann auch in der fernen asiatischen Heimat zu propagieren.