Havelberg. Wer das Luftwaffenmusikkorps 4 aus Berlin kennt, weiß, dass einem gelungenem Abend mit guter Musik nichts im Wege steht. So war es auch dieses Mal, als die 54 Musiker, darunter zwei Frauen, unter Leitung von Dr. Christian Blüggel die Stadtkirche zum Konzertsaal machten. Zum mittlerweile siebenten Mal war das Orchester der Bundeswehr zu Gast in Havelberg. Nur wenige Plätze blieben frei. Viele Hansestädter und Gäste von außerhalb freuten sich auf gute Musik.

Der Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons, Oberstleutnant Thomas Zimmermann, begrüßte auch im Namen von Bürgermeister Bernd Poloski das Publikum. Beide hatten zu diesem Benefizkonzert eingeladen. Zunächst bat er angesichts des an diesem Tage im Kundus getöteten Soldaten um eine Schweigeminute und wünschte, auch wenn es nicht leicht sei, zur Tagesordnung überzugehen, viel Freude bei der Musik.

In bewährter Weise verstand es Christian Blüggel mit seinen Musikern, die Freude am Spiel auf das Publikum zu übertragen. Die ausgewählten Werke waren der Stadtkirche angepasst. Etwas leisere Töne müssen angeschlagen werden, die Pauke etwa zurückgenommen werden. Von der Kraft der Blas- und Streichinstrumente konnten sich die Zuhörer dennoch überzeugen, ebenso von den möglichen leiseren Tönen. Etwa beim Solo von Flötistin Franka Bernhard und Jens Büttner am Vibrafon. Andreas Thoma begeisterte mit seinem Saxofon-Spiel. Gestern hatte er eine Aufnahmeprüfung mit der Klarinette zu absolvieren. Auch wenn er in Havelberg viel spielen musste und sich die Instrumente unterscheiden, war Christian Blüggel überzeugt, dass er den Test schaffen wird. "Er ist ein Alleskönner."

Könner sind sie durchweg alle. 50 Mitglieder des Korps sind Berufsmusiker, haben studiert. Vier sind Wehrpflichtige, die meist alle zum Musikstudium gehen. Was sie können, bewiesen die Musiker bei allen Werken. Die Bandbreite reichte von Klassik über Walzer, Swing, Rock und Pop bis Jazz in besonderen Arrangements. "Prelude" aus dem "Te Deum" zum Auftakt folgten Werke von Gabrieli, Holst, Bizet, Gershwin und Schostakowitsch. Zum Abschluss, vor der Zugabe, gab es einen Melodienreigen von Walter Kollo.

Das Publikum dankte mit viel Beifall. Manch einer wäre gern noch geblieben, hätte gern mehr als die gute Stunde Musik gehört. Aber um so größer ist viellleicht die Vorfreude auf das nächste Jahr, denn da will das Luftwaffenmusikkorps gern wieder nach Havelberg kommen, wie Christian Blüggel im Anschluss im Gespräch mit der Volksstimme versprach.

Bürgermeister Bernd Poloski berichtete zum Abschluss des Konzertes, dass bei den vorangegangenen sechs gut 12000 Euro Spendengelder zusammengekommen sind. Sie gingen an die Elb-Havel-Werkstätten, vier Sportvereine, das Jugendzentrum, die Dommusiken, das Sozialwerk der Bundeswehr und an die Tafel. Der Erlös des aktuellen Konzertes kommt dem Schülerinstitut SITI zugute. Der Bürgermeister dankte nicht nur den Musikern, sondern auch dem Publikum, das durch den Kauf der Eintrittskarten die Spenden ermöglicht.