Rückschau auf das vergangene Jahr in der Gemeinde hielt Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz am Mittwochabend gemeinsam mit den Einwohnern der sechs Ortsteile. Zwar kamen angesichts des Winterwetters weniger Besucher als noch bei der Premierenveranstaltung vor einem Jahr, doch die erhielten jede Menge Informationen in Wort und Bild.

Rohrberg. Nicht nur nackte Zahlen und trockene Daten hatte Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz den Einwohnern am Mittwochabend zum traditionellen Jahresrückblick mitgebracht, sondern auch jede Menge Bilder. Egal wo in der Gemeinde etwas gebaut wurde, der Ortschef war stets mit der Kamera zur Stelle und dokumentierte die entsprechenden Fortschritte, aber auch Schäden wie den an der Heizung im Nachbarschaftsladen gleich zu Beginn 2010. "Die Heizkörper am Eingang waren trotz Isolierung eingefroren und seltsamerweise passierte das in diesem Jahr wieder", erklärte Schulz.

Geld hat die Gemeinde im vergangenen Jahr in die Kegelbahn gesteckt, die eine feste Abtrennung zur Sporthalle hin bekommen hat. "Wir haben eine Heizung eingebaut, die Aufstellflächen und Laufbahnen überholen lassen, die Rohre verkleidet und eine Wärmeisolierung zur Halle hin angebracht", berichtete das Gemeindeoberhaupt. Eine Investition, die sich rentieren dürfte, denn die Kegelbahn ist sehr gefragt und wurde im vergangenen Jahr 167-mal genutzt. Ein Erfolg, der der Gemeinde etliche Einnahmen in die Kasse spülte.

Gestalt nehmen auch die beiden Räume im Erker über dem Rohrberger Rathaus an. "Die richten wir nach und nach her und wollen dort unser Archiv unterbringen", erläuterte Bernd Schulz. Schließlich würden Unterlagen im Augenblick noch über die Ortsteile verstreut lagern, so in den ehemaligen Gemeindebüros in Ahlum und Bierstedt. "Wir haben die Zwischenwand rausgenommen und sind jetzt dabei, den Erker und die Dachstreben zu isolieren", informierte der Bürgermeister über den Baufortschritt. Noch in diesem Jahr soll der neue Archivraum fertig werden.

An der Kindertagesstätte und der alten Tankstelle in Rohrberg mussten einige Pappeln aus Gründen der Gefahrenabwehr entfernt werden, ebenso ein großer Baum am Stöckheimer Sportplatz. Auch am Klein Bierstedter Friedhof ließen die Gemeindearbeiter die Motorsäge kreisen. "Die Bäume am Eingang waren unten bereits vertrocknet und mussten weg", resümierte Schulz. Als Ersatz wurden Lebensbäume gepflanzt, die jedoch sehr pflegeintensiv seien.

Abgeschlossen werden konnte der Anschluss Ahlums an das zentrale Abwassernetz. In diesem Zuge ließ die Gemeinde dort auch gleich die Regenentwässerung in der Hauptstraße erneuern und einen Staukanal einbauen. Anschließend wurden die bisherige Pflasterstraße von der B 248 bis zur Hartaubrücke durch eine Asphaltdecke ersetzt und auch das restliche Teilstück bis zum Ortsausgang in Richtung Stöckheim abgefräst und mit einer neuen Deckschicht versehen. Gesamtkosten der Maßnahmen in Ahlum: 149 421 Euro. Davon fließen 38 317 Euro vom Landesbetrieb Bau und 38 137 Euro an Anliegerbeiträgen wieder in die Gemeindekasse zurück.

Kaum war die Großbaustelle in Ahlum beendet, tat sich in Rohrberg die nächste auf. Das Land begann mit dem Ausbau des zweiten Abschnitts der Ortsdurchfahrt im Zuge der B 248 – ein Vorhaben, das zu einigen Diskussionen im Gemeinderat führte. In zähen Verhandlungen konnte die Gemeinde durchsetzen, dass die Bushaltebucht gegenüber dem Pfarrhaus nicht durch einen Halt am Straßenrand ersetzt wird. "So etwas ist auf dieser vielbefahrenen Straße mit Schülerverkehr nicht machbar", verteidigte Bernd Schulz die Position der Gemeinde, die sich mit ihrem Wunsch nach Erhalt der Verkehrsinsel an der Kreuzung nach Beetzendorf und Salzwedel jedoch nicht durchsetzen konnte. Dafür darf die alte Eiche auf der Verkehrsinsel an der Kirche stehenbleiben.

12 500 Euro Eigenanteil ließ sich die Gemeinde die Versorgung der Ortsteile mit Funk-DSL kosten. "Derzeit sind etwa 50 Kunden angeschlossen", berichtete der Bürgermeister. Zudem sei im vergangenen Jahr eine neue Parkfläche an der Rückseite des Rohrberger Rathauses geschaffen worden, die gemeindeeigenen Gebäude in Ahlum wurden an das Abwassernetz angeschlossen, und der Wismarer Weg in Ahlum sowie der Tangelner Weg an der ehemaligen Rohrberger Bauschuttdeponie vorbei wurden ausgebessert. Weitere Maßnahmen betrafen die Regenentwässerung am neuen Spielplatz im Ahlumer Winkel sowie die Erneuerung der Straßeneinläufe Am Mühlenberg in Ahlum.

Das Schützenhaus in Rohrberg bekam eine Heizung und kann somit das ganze Jahr über für Veranstaltungen genutzt werden. "Allerdings sind die Stromkosten für die Nachtspeicheröfen sehr hoch, bei einer Veranstaltung kommen da über 50 Euro zusammen", schränkte Bernd Schulz ein. Der Gemeinderat habe daher entschieden, dass die Stromkosten von den Nutzern je nach Verbrauch bezahlt werden müssen. Neben dem Schützenhaus ist ein modernes Sanitärgebäude entstanden, das die alten und inzwischen entfernten Container ersetzt. "Wir haben auch das Umfeld neu gestaltet, einen Spritzschutz rings um beide Gebäude angebracht und den Zwischenraum gepflastert", erklärte der Ortschef. Geplant sei noch eine Überdachung, damit Besucher trockenen Fußes zur Toilette gehen können. "Aber auch ein Durchbruch ins Schützenhaus, dort, wo sich der Abstellraum befindet, wäre möglich", so Schulz.