Es waren von Silvester bis Neujahr keine ruhigen Stunden für Notärztin Dr. Spöring und ihre Kollegen, die über den Jahreswechsel Dienst hatten. Zu zwölf Einsätzen musste ausgerückt werden - doch keiner war typisch für den umjubelten Datumswechsel.

Klötze l "Das war unsere Nacht", rekapitulierte Lehrrettungsassistent Oliver Ast gestern früh kurz vor sieben Uhr, goss sich einen Kaffee ein und versuchte für sich in der DRK-Rettungswache Klötze die innere Ruhe wieder einkehren zu lassen. Hinter dem Rettungsdienstmitarbeiter und seinen Kollegen Adelbert Böse, dem Wachenleiter, sowie den Rettungssanitätern Ralf "Rudi" Reinke und Ralf Trumpf lagen eine 24-Stundenschicht mit zwölf Notfalleinsätzen. Die medizinische Verantwortung lag dabei in der Verantwortung von Notärztin Dr. Imke Spöring. Die Internistin aus Berlin ist hauptberufliche Fachärztin für Notfallmedizin. Sie rückt bereits seit 2005 immer wieder einmal mit den Klötzer Rot-Kreuz-Teams von der Rettungswache in der Schulstraße aus. Zusätzlich rettet die 43-jährige Berlinerin in der Bundeshauptstadt und im niedersächsischen Walsrode Leben.

Zum Jahreswechsel leistete sie von der Klötzer Wache aus gleich drei Tage am Stück Hilfe in größter Not. Aber auch bei plötzlichen Leiden, die für Menschen in der Einheitsgemeinde nicht oder nicht mehr zu ertragen waren.

"Bereits am Silvestertag, so gegen 10.30 Uhr, überschlugen sich die Alarmierungen", erinnert sich Oliver Ast. "Da reichten unsere Kräfte nicht aus, die Kollegen aus Kalbe mussten mit einem Rettungswagen anrücken." Bis zum Abend hin blieb dann Zeit, die Einsatzfahrzeuge mit der speziellen Notfallausrüstung erneut zu überprüfen und Verbrauchsmaterial aufzufüllen. Und auch das gehört zum Wachenalltag Weihnachten und Silvester dazu - wenn möglich: Das gemeinsame, nachmittägliche Kaffeetrinken am Tannenbaum und vorgestern dazu eine Runde Pfannkuchen genießen.

Wenn auch der Abend und die Nacht dann durch die Einsatzflut sprichwörtlich wie im Fluge verstrichen, der für Feiernde frohe Jahreswechsel war für Notärztin Spöring und ihre speziell ausgebildeten Helfer "jetzt nicht wichtig", skizziert Ast die zurückliegenden Stunden. Silvester 2013 bis zum Neujahrsmorgen 2014 verlief aber anders als der Jahreswechsel davor. Keiner der Notfälle zu denen ausgerückt wurde, beruhte auf einem Übermaß an Alkoholkonsum. Nicht eine Alarmfahrt erfolgte aufgrund von Verletzungen durch Böller oder Silvesterraketen und auch Blessuren durch häusliche Gewalt mussten glücklicherweise nicht versorgt werden. Hingegen mussten Notfallpatienten mit Schlaganfällen, Herzinfarkten und Herz-Kreislauf-Stillstand ärztlich versorgt werden.

Was passierte und wohin der Patient kam, das nehmen die Retter für sich im Stillen mit. Nicht nur die Dienstvorschrift, auch der Respekt vor dem Patienten und zum Schutz seiner Privatsphäre verschließen die Lippen der Lebensretter gegenüber jedem anderen. Die Notärztin sagt über die Klötzer Retter: "Eine Truppe, auf die in allen Situationen immer Verlass ist. Das ist für mich wichtig."