Nach der Böller-, Batterien- und Raketen-Kanonade zum Jahreswechsel war gestern Großreinemachen in Oebisfelde und den Ortsteilen angesagt.

Oebisfelde l Regie bei der Fege- und Aufräumaktion führten die Mitarbeiter des kommunalen Wirtschaftshofes, die in Oebisfelde ihr Domizil an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße haben.

Fünf Personen, eine Frau und vier Männer, rückten gegen 8 Uhr aus, um die Stadt wieder auf Vordermann zu bringen. Ein Team bildeten dabei Regina Vaque und Ralf Miegel. Ihr erstes Ziel: der Bahnhofsvorplatz. Der war mit dem gesamten Sortiment an Feuwerkskörpern übersät. Fetzen von Böllern, Pappschachteln von Batteriefeuerwerken, Holzstäbe von Raketen, Verpackungen aus Kunststoff und auch die ein oder andere Flasche galt es zu entsorgen.

Doch so recht vorangehen wollte es mit den Straßenbesen nicht. Grund: Der Regen hatte die Papp- und Papierreste aufgeweicht und ließ sie am Boden kleben. "Wir werden hier noch einige Zeit zu tun haben, bis wir wieder Grund hereinbekommen haben", schätzte Ralf Miegel ein und fügte hinzu: "Als Mitarbeiter des Wirtschaftshofes habe ich bereits einige Jahreswechsel und die anschließenden Säuberungsaktionen mitgemacht. Doch so schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie."

Seiner Ansicht nach wurden am Dienstag und Mittwoch in Oebisfelde nicht nur mehr in die Luft gejagt, sondern es habe auch die Bereitschaft der Hobby-Feuerwerker nachgelassen, ihre pyrotechnischen Hinterlassenschaften selbst zu beseitigen.

"Ich kann das auch nicht verstehen. Der Bahnhofsvorplatz ist öffentlicher Raum. Das bedeutet meiner Meinung aber nicht, dass der ohne Konsequenzen unbedenklich verschmutz werden kann. Doch damit müssen wir uns wohl abfinde. Auch damit, dass es nur noch wenige gibt, die von sich aus den Besen schwingen und für Ordnung sorgen. Einige Menschen scheinen sich in Dreck und Müll vor ihrer Haustür, den sie selbst noch produziert haben, wohl zu fühlen", erklärte Regina Vaque.

Auch andere Plätze und Straßen in der Stadt waren arg von den Resten der Knallereien in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie der Marktplatz. Der war ebenfalls von pyrotechnischen Hinterlassenschaft überzogen (wir berichteten). Für Ordnung sorgten auch dort nicht die Verursacher, sondern gestern Morgen der Hausmeister des Rathauses.

"Offenbar ist es zu viel verlangt, zu Besen und Schaufel zu greifen."

"Ich habe nichts anderes erwartet. Denn offenbar ist es zu viel verlangt, zu Besen und Schaufel zu greifen, um zumindest das Gröbste zu beseitigen", sagte ein verärgerter Marktplatz-Anwohner.

"Richtig toll", wie eine Weddendorferin gestern informierte, sah es ebenfalls in ihrer Heimatgemeinde aus. Konkret am Rand der Bundesstraßenkurve in der Dorfmitte. Dort war noch gestern Morgen ein beachtliches Arsenal an leergeschossenen Batterie-Feuerwerk aufgebaut.

"Die Meldung, dass in Weddendorf ebenfalls einiges herumliegt, haben wir bereits kurz nach Dienstbeginn bekommen. Dorthin werden wir dann wohl auch noch fahren und aufräumen müssen", kündigte Ralf Miegel beim Fegen auf dem Bahnhofsplatz an.

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