In vielen Dörfern der Region gibt es gut funktionierende Kinderspielplätze, in die in den vergangenen Jahren investiert wurde. Nur in Beetzendorf, dem größten Ort mit den zahlenmäßig meisten Kindern, nicht. Ratsmitglied Jürgen Benecke fordert zum Nachdenken über eine Verbesserung der Situation auf.

Beetzendorf l Ob Bandau, Poppau, Gladdenstedt, Hanum oder Rohrberg - die Spielplätze in den meisten Dörfern sehen tipptopp aus und wurden in den vergangenen Jahren von den Gemeinden mit viel Geld modernisiert. Zeitgemäße Spielgeräte und ein gepflegtes Umfeld ziehen kleinere und größere Kinder an, für die Eltern wurden Sitzgelegenheiten geschaffen, von denen aus sie ihre Sprösslinge beaufsichtigen können. Dass jedoch ausgerechnet in Beetzendorf die Situation komplett anders aussieht, ärgert Ratsmitglied Jürgen Benecke. "Hier sollten wir im neuen Jahr mal darüber nachdenken, wie wir die Situation ändern können", regte er während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter an.

Der einzige gemeindeeigene Spielplatz in Beetzendorf befindet sich im Neubaugebiet. Initiiert wurde der Bau in den 90er Jahren von der Beetzendorfer SPD. "Doch er wird kaum angenommen", berichtete Bürgermeister Heinrich Schmauch.

Gern sei die Gemeinde bereit, in das Areal zu investieren und den Spielplatz wieder auf Vordermann zu bringen, doch nur wenn auch wirklich ein Bedarf besteht. Den könne er derzeit nicht ausmachen. Zudem gebe es Befindlichkeiten gegen den Spielplatz, die Schmauch nicht näher benannte.

Dass der Spielplatz im Neubaugebiet für die Jüngsten nicht gerade attraktiv ist, wird schnell klar, wenn man sich das Gelände ansieht. Auf einer kleinen Grünfläche zwischen den Neubaublöcken der Karl-Marx-Straße lädt, umstanden von einigen Bäumen, gerade mal ein Spielgerät - eine Kletterkombination mit Rutsche - zum Herumtollen ein. Dazu gibt es einen kleinen Sandkasten, der aber auch einmal eine Auffrischung gebrauchen könnte.

"Ich würde mir sehr wünschen, dass der Spielplatz im Neubaugebiet wieder richtig bespielt wird", meinte Heinrich Schmauch. Dafür wäre die Gemeinde durchaus auch bereit, Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren. Doch er vermisse das ausdrückliche Interesse der Eltern an einem Spielplatz für die Jüngsten. "Wenn einige Eltern morgen bei mir vor der Tür stehen und sagen: Wir bringen uns mit ein und machen uns gemeinsam mit der Gemeinde Gedanken, wie der Spielplatz zukünftig gestaltet werden kann, dann wäre das schön", sagte Schmauch weiter.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob der Standort im Neubaugebiet der richtige ist. Ein weiterer Spielplatz, den Kinder mit ihren Eltern nutzen, befindet sich etwas zentraler am Eingang zum Park vor dem Restaurant im Beverhol.

Vielleicht könne die Gemeinde hier investieren, hieß es im Rat. Doch das Areal befindet sich nicht im kommunalen Eigentum, sondern gehört zum Grundstück des Beverhotels. Außerdem ist der Spielplatz relativ klein und bietet kaum Platz zur Erweiterung. Und die gemeindeeigenen Flächen am Parkeingang stünden für einen neuen Spielplatz nicht zur Verfügung. "Die werden für Veranstaltungen benötigt", erinnerte der Bürgermeister an das Parkfest, das Sommer-Open-Air und die zahlreichen Floh- und Trödelmärkte, die in Beetzendorf stattfinden.