In kleinerem Rahmen gedachten Hanumer und Zasenbecker am Sonntag der Grenzöffnung zwischen ihren beiden Orten vor 24 Jahren. Das Silberjubiläum im nächsten Jahr soll dagegen groß gefeiert werden.

Zasenbeck/Hanum l Die Zahl der Einwohner aus Hanum und Zasenbeck, die Anfang Januar der Grenzöffnung zwischen beiden Orten am Dreikönigstag 1990 gedenken, wird von Jahr zu Jahr überschaubarer. Am Sonntag blieben sowohl beim Gottesdienst in der Zasenbecker Kirche als auch beim anschließenden Frühschoppen im Dorfgemeinschaftshaus etliche Plätze leer.

Ein Umstand, den Zasenbecks Ortsvorsteher Stefan Meinecke pragmatisch sieht. "Vielleicht sollten wir von den jährlichen Feiern weggehen und die Abstände vergrößern, um den Leuten dann auch etwas Besonderes bieten zu können", schlug er während der Veranstaltung vor.

Auch Hanums Interessenvertreter Wolfgang Schulz schloss sich diesen Überlegungen an. "Die Silberhochzeit im nächsten Jahr werden wir in Hanum nochmal ordentlich feiern und dann sehen wir weiter", meinte er. Das Jubiläumsjahr der Grenzöffnung fällt dabei mit der 700-Jahr-Feier Hanums zusammen.

"Da kommt auf uns einiges zu. Ich hoffe, dass wir beim Festprogramm wieder auf die Beteiligung der Zasenbecker zählen können", erklärte Schulz, der baldige Gespräche darüber auf Ortsebene ankündigte.

Einig waren sich beide Ortschefs darüber, dass die Erinnerung an den historischen 6. Januar 1990 nicht verblassen darf. "Díe Grenzöffnung war ein großartiges Ereignis, das es verdient hat, im Gedächtnis wachgehalten zu werden", mahnte Stefan Meinecke. Der Zasenbecker Ortsvorsteher dankte vor allem den Mitgliedern und Helfern des Heimatvereins für die Organisation des Frühschoppens und den Zasenbecker Schützen für die Bereitstellung des Dorfgemeinschaftshauses, das am Wochenende eigentlich für deren Generalversammlung eingeplant war. "Die Schützen haben noch am späten Sonnabendabend für uns aufgeräumt und gegen Mittag kommt bereits wieder das Räumkommando", kündigte Meinecke an.

Beim Gedenkgottesdienst in der Kirche erinnerte Pfarrer Andreas Salefsky an die Ereignisse vor 24 Jahren. "Es war ein kalter Tag, die Sonne schien und die Leute haben Lichter entzündet", erzählte er. Passend zum Bibelwort des damaligen Tages "Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt", das Hanumer und Zasenbecker bis heute an die Beseitigung der Mauer zwischen ihren beiden Dörfern erinnert.

Rohrbergs Pfarrer Gottfried Vogel, der auch für Hanum zuständig ist, sprach von der Grenzöffnung als einem "riesengroßen Geschenk", vor allem da kein Schuss gefallen sei wie beispielsweise bei der Revolution in Rumänien oder später im zerfallenden Jugoslawien. Der Aufbruch, den viele Menschen damals verspürt haben, gehöre zum Leben dazu. Jeder müsse sich selbst fragen, was er daraus und aus den dadurch eröffneten Chancen für sich gemacht habe. Auch jetzt, da in diesem Jahr an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert wird, sei es wichtig "umzukehren und die Sicherheit nicht auf dem Konto zu suchen sondern in Gott".

 

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