Einen starken Mitgliederzuwachs hatte der Imkerverein Eintracht 1886 Beetzendorf und Umgebung auch 2013 zu verzeichnen. Vor allem jüngere Bienenfreunde entdecken das Hobby der Imkerei für sich.

Beetzendorf l Vor vier Jahren stand der Imkerverein Beetzendorf und Umgebung noch vor dem Aus. Nur noch 13 Mitglieder, überwiegend ältere Bienenfreunde, waren verblieben. Doch dann kam die Wende. "Wir haben seitdem jedes Jahr neue Mitglieder aufnehmen können", berichtete Vorsitzender Günter Schröder während der Jahreshauptversammlung der Imker. Waren es 2010 noch zwei Neuzugänge, so stießen in den darauffolgenden drei Jahren jeweils drei neue Imker zum Verein. In diesem Jahr sind es gleich sieben Neuanmeldungen, so dass die Zahl der Mitglieder auf nunmehr 31 gestiegen ist.

Längst ist die Imkerei kein Hobby für Rentner mehr. Das verdeutlichen die Neuaufnahmen, die Günter Schröder während der Versammlung begrüßte. So stießen neben dem 62-jährigen Fleetmarker Burkhard Herfort auch die Tangelner Maik Fäseke und Frank Glaue zum Verein, die noch mitten im Berufsleben stehen. Das jüngste Vereinsmitglied ist sogar erst knappe 14 Jahre alt. Aaron Kluge aus Hagen stammt aus einer Imkerfamilie und will die Bienenzucht fortsetzen. "Sein Opa Dieter Kluge war schon Mitglied und auch sein Vater hat bei einem unserer Lehrgänge mitgemacht", berichtete Günter Schröder.

Um die vielen neuen Mitglieder in Sachen Imkerei fortzubilden, bietet der Verein in diesem Jahr einen Lehrgang an (siehe Infokasten). "In sechs Veranstaltungen wollen wir die Grundlagen vermitteln und praktische Tipps geben", erklärte Schröder. Auch Nichtvereinsmitglieder, die sich für die Imkerei interessieren, können daran teilnehmen. Sie sollten sich vorher bei Günter Schröder, Telefon 039001/266, anmelden.

Mit dem Bienenjahr 2013 sind die Beetzendorfer Imker im großen und ganzen zufrieden. "Der Sommer war mäßig bis gut, doch durch verschiedene Kälteeinbrüche gab es auch Brutunterbrechungen", berichtete der Vorsitzende. Das sei für die Entwicklung der Bienenvölker zwar nicht so positiv gewesen, habe aber dafür die Milbenentwicklung gebremst. "Wir hatten im Herbst nur einen relativ geringen Milbenbefall", konstatierte Günter Schröder. Grund zur Nachlässigkeit bestehe jedoch nicht. Auch wenn man mit bloßem Auge keine Milben sehen kann, würden diese oft in der Brut stecken. "Die Behandlung muss deshalb mit aller Konsequenz fortgeführt werden", mahnte der Apenburger seine Imkerfreunde.

Mehr Probleme habe die Königinnenzucht bereitet. Dies sei durch den späten Zuchtbeginn aufgrund von Kälte und Regen begründet. In Sachen Vermarktung riet Schröder den Bienenfreunden, neben Honig auch auf andere Produkte wie Wachs und Propolis zu setzen.

Ein Höhepunkt des abgelaufenen Bienenjahres war die Präsentation des Vereins zum Tag der deutschen Imkerei vor dem Beetzendorfer Netto-Markt. "Der Zuspruch war sehr gut. Die Leute wollten nicht nur Honig kaufen, sondern sich auch informieren", freute sich der Vorsitzende. In diesem Jahr soll es eine Neuauflage geben.

Auch die Standbesichtigung gehört zum festen Programm der Bienenfreunde. Im vergangenen Jahr fand sie bei Fritz Glaue in Tangeln statt. "Dabei wurde viel diskutiert. Es ist gut, dass man von anderen etwas abgucken kann, denn man muss ja nicht alles neu erfinden", lobte Günter Schröder den Termin, den es auch in diesem Frühjahr wieder geben soll. Wann genau und bei welchem Imker steht allerdings noch nicht fest.

Fortgesetzt werden soll auch die Imker-Arbeitsgemeinschaft an der Apenburger Grundschule. "Sie wird sehr gut angenommen. Es gibt stets mehr Anmeldungen als Plätze. Da wird sich schon gestritten, wer mitmachen darf", berichtete Schröder. Sechs Mädchen und Jungen der vierten Klasse hatten 2013 das Glück. Sie trafen sich zwölfmal jeweils mittwochs von April bis Juli am Bienenwagen hinter der Schule und betreuten eines der Völker. Der selbstgeschleuderte Honig durfte dann am Ende mit nach Hause genommen werden. "45 Kilo haben die Schüler herausgeholt, das kann sich sehen lassen", meinte Schröder.

Großes Augenmerk wollen die Imker in den nächsten Jahren auf die Bienenzucht legen. Dazu soll ein Gebrauchsbelegstand für den Verein eingerichtet werden. "Hier können Imkerfreunde, die Bedarf haben, ihre Königinnen begatten lassen", erklärte der Vorsitzende. Betreut werden soll der Stand von Nadine Fischer in Poppau. Da sich dort im Umkreis von vier Kilometern keine weiteren Bienenstände befinden, sei der Standort ideal. In diesem Jahr will sich der Verein das benötigte Zuchtmaterial beschaffen und dann die ersten Königinnen heranziehen.