Steimke l Bei der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kunrau am Dienstag im Steimker Saal gab es zwar überwiegend Positives (siehe obiger Artikel), aber zumindest auch eine negative Angelegenheit zu berichten. "Wir haben in den Wäldern immer mehr Publikumsverkehr", sagte Vorsitzender Gerhard Fiebig. Und das, obwohl eigentlich nur Grundeigentümer das Recht hätten, sich dort aufzuhalten. Doch einige Jugendliche scheint diese Gesetzeslage nicht zu stören. Im Gegenteil. "Es wird mit Quads und Motocross-Maschinen herumgefahren", hat Gerhard Fiebig beobachtet. Dies sei eigentlich schon schlimm genug, weil dadurch eventuell Neuanpflanzungen zu Schaden kommen könnten. Doch nun habe es obendrein zwei Fälle von Vandalismus gegeben, wenngleich diese nicht zweifelsfrei den Kradfahrern zuzurechnen seien.

Betroffen ist beide Male Chris Jürgens aus Steimke. Er ist nunmehr seit 16 Jahren Jäger und seit gut zehn Jahren auch Jagdpächter in Steimke. Das Revier umfasst etwa 1700 Hektar. "Aber sowas habe ich noch nie erlebt", schilderte er im Gespräch mit der Volksstimme. So ist dem Waidmann vor etwa drei Wochen im Bereich des Kunrauer-Heidauer Weges ein Hochsitz auf die Seite gekippt und demoliert worden. Auf der Fläche vor dieser Kanzel hatte er Stangen aufgestellt, samt Beutel mit Vergrämungsmittel gegen das Schwarzwild, das im angrenzenden Roggenfeld sein Unwesen treibt. "Die Stangen wurden in einen Senfschlag geschmissen", erzählte Chris Jürgens, der eine solche Zerstörungswut weder verstehen, noch nachvollziehen kann.

Doch damit nicht genug. Außerdem traute er zu Wochenbeginn seinen Augen kaum, als er unweit des eben genannten Tatorts feststellen musste, dass auch sein Ansitzwagen zum Ziel von Randalierer geworden ist. Offensichtlich umgestoßen und demoliert. Chris Jürgens ist sich sicher, dass dabei schweres Gerät zum Einsatz gekommen sein muss, denn: "Das ist ein massives Gestell - mit Eisenstützen. Einer alleine kann da nichts ausrichten." Überdies wurde die komplette Inneneinrichtung des Wagens unsanft ins Freie befördert.

"Das ist die blanke Katastrophe", meint Chris Jürgens verärgert. Den Gesamtschaden für den Hochsitz und den Ansitzwagen beziffert er auf zirka 1000 Euro. Er hat Anzeige erstattet.

Gerhard Fiebig appelierte an die Waldbesitzer, künftig genauer darauf zu achten, wer sich wie im Busch aufhält. "Haltet ruhig mal ein Auto an und fragt, wo die hinwollen." Je mehr Leute sich im Wald bewegen, so Gerhard Fiebig, desto mehr Schindluder könne getrieben werden. Sei es nun, dass Müll abgeladen, Holz geklaut oder bei hoher Waldbrandgefahr geraucht werde. All dies müsse unbedingt vermieden werden, forderte der FBG-Vorsitzende, der gleichsam Jagdpächter in Steimke ist. "Sonst läuft es darauf hinaus, dass wir Seitenwege absperren müssen." Zumindest sollte diese Möglichkeit in Betracht gezogen und bei der nächsten FBG-Vorstandssitzung besprochen werden, schlug Gerhard Fiebig vor.

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