Das Deutsche Rote Kreuz in Klötze organisiert Blutspenden und Erste-Hilfe-Lehrgänge. Mitarbeiterin Kornelia Borchert blickte auf 2013 zurück.

Klötze l Immer wieder betreten Menschen den großen Saal im Kunrauer Schloss. In den Händen halten die meisten von ihnen ein kleines gelbes Kärtchen - ihren Blutspendeausweis. Um anderen Menschen zu helfen, lassen sie sich an diesem Nachmittag von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen halben Liter Blut abzapfen. Freiwillig, versteht sich. Im Jahr 2013 zählte das DRK in Klötze 1529 Blutspender, die entweder zu einem oder gleich zu mehreren der 31 Spendetermine in Klötze und Umgebung erschienen sind, berichtet Kornelia Borchert. Die Mitarbeiterin des DRK, Kreisverband Altmark West in Klötze, führt die Statistik.

2013 gab es 33 weniger Blutspenden als im Jahr zuvor

"Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten wir ein Minus von 33 Spenden", berichtet sie und ergänzt: "Dabei wäre es schön, wenn es mehr werden würden. Denn die Sache ist nach wie vor wichtig." Ob Krankheit, Urlaub oder Schichtdienst - der Rückgang könne viele Gründe haben.

Dankbar ist Borchert allen Dauerspendern, die regelmäßig ihr Blut hergeben würden.Einige sind auch zum ersten Termin des neuen Jahres ins Kunrauer Schloss gekommen. Unter ihnen ist der 73-jährige Karl Krieger. Angefangen, sein Blut zu spenden, hat der Kunrauer bereits im Jahr 1960. Die Spende heute im Schloss ist seine 90. "Ich mache das, um anderen Leben zu schenken", erklärt Krieger seine Motivation. Solange es gesundheitlich noch geht, wolle der Kunrauer auch weiter regelmäßig zu den Terminen gehen.

Die einstige Altersgrenze von 68 Jahren gebe es nicht mehr, teilt Kornelia Borchert mit. Dennoch würde sie sich freuen, wenn auch jüngere Menschen zu den Spendeterminen kämen. Genaue Informationen über die Altersstruktur der Klötzer Spender liegen Borchert nicht vor. Doch sie schätzt, dass etwa 75 Prozent von ihnen älter als 45 Jahre sind. Schließlich seien es häufig die bekannten Gesichter, die die Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes bei den Spendenterminen begrüßen.

Im vergangenen Jahr freute man sich auch über 62 Erstspender. Allerdings, so Kornelia Borchert, müssten alle Spender auch regelmäßig erscheinen: "Einmalspender bringen uns nicht weiter." Für die Menschen, die sich zum Aderlass entscheiden, bringe dies übrigens viele Vorteile. So würde nicht nur kostenlos die Blutgruppe ermittelt. "Nach der Spende muss das Blut vom Körper neu gebildet werden. Das ist gut. Außerdem wird es untersucht", zählt Borchert die Vorteile einer Blutspende auf.

Essen und trinken nach der Spende wichtig

Nachdem ein halber Liter des Lebenssaftes abgenommen wurde, sei es wichtig, viel zu essen und zu trinken. Zu diesem Zwecke gibt es ein Büfett, für das der Kreisverband des DRK Klötze verantwortlich ist. Auch um die Anmeldung kümmern sich die Mitarbeiter. Den medizinischen Teil übernimmt hingegen der Blutspendedienst des DRK.

Doch die Organisation der Blutspende macht nur einen Teil der Arbeit des DRK-Kreisverbandes aus. Darüber hinaus werden auch verschiedene Lehrgänge zum Thema Erste Hilfe angeboten. Dazu zählt etwa die Grundausbildung, die für Ersthelfer in Betrieben, aber auch für Führerscheinbewerber, die später einmal einen Lastwagen oder Bus fahren möchten, obligatorisch ist. Nach Aussage von Kornelia Borchert seien im vergangenen Jahr 257 Personen in 21 Lehrgängen - ein jeder hat einen Umfang von 16 Stunden - ausgebildet worden. "Alle zwei Jahre muss das Erlernte in einem achtstündigen Kurs wieder aufgefrischt werden", erklärt Borchert. An 31 dieser Wiederholungsschulungen nahmen im vergangenen Jahr 374 Ersthelfer teil. Damit machte die Auffrischung des Erste-Hilfe-Wissens den größten Anteil an allen Lehrgängen des Klötzer DRK aus.

Ebenfalls stark nachgefragt waren Kurse mit dem Thema lebensrettende Sofortmaßnahmen, die für alle Pkw- oder Motorradfahrschüler Pflicht ist. 172 Teilnehmer zählte Kornelia Borchert hier.Wer den Führerschein einmal hat, macht sich scheinbar kaum noch Gedanken über die Erste-Hilfe-Kenntnisse. So wurden die 90-minütigen Auffrischungskurse für Autofahrer im vergangenen Jahr kaum nachgefragt, berichtet Borchert. "Nur ein Termin mit acht Teilnehmern hat stattgefunden. Wir hatten noch mindestens zwei weitere Kurse geplant, erhielten aber keine Anfragen." Solche Kurse sind aber nicht nur für Autofahrer interessant: "In der Freizeit und im Haushalt passieren die meisten Unfälle. Man muss wissen, was zu tun ist, bis der Rettungswagen kommt."