Ob das Apenburger Waldbad nach einem Jahr Dornröschenschlaf in dieser Saison wieder öffnet, entscheidet sich am 11. Februar. Dann wird der Rat Farbe bekennen müssen. Der Förderverein steht in den Startlöchern und hat seine Hilfe bei der Vorbereitung angeboten.

Apenburg l Der 11. Februar wird für das Apenburger Waldbad zum Tag der Wahrheit. An diesem Tag hat Bürgermeister Harald Josten eine Sitzung des Apenburg-Winterfelder Rates angesetzt, in der die Entscheidung fallen soll, ob die seit September 2012 geschlossene Freizeiteinrichtung zur neuen Saison wieder geöffnet wird oder nicht. "Der Rat soll sich klipp und klar positionieren", kündigte Josten am Mittwochabend während einer Zusammenkunft des Vorstandes des Waldbad-Fördervereins an. Er werde den finanziellen Rahmen für das Waldbad vorschlagen, wie er auch im vergangenen Jahr im Haushalt vorgesehen war. "Sollte es eine Mehrheit für die Öffnung geben, werden wir als Gemeinde auf den Förderverein und Familie Wernecke (Pächter des Campingplatzes, der Bungalowsiedlung und des Kioskes; Anmerk. d. Red.) zukommen, uns zusammensetzen und beraten, wer welchen Part übernimmt und was besser laufen kann als in der Vergangenheit", erklärte der Bürgermeister.

Ob es im Rat eine Mehrheit für das Waldbad gibt, wagte Josten nicht zu prognostizieren. Auch die Aussage von Fördervereins-Chef Jürgen Ulrich, dass wohl zumindest die vier Apenburger Räte hinter der Öffnung stehen, war für ihn neu. "Da wissen Sie mehr als ich", meinte der Ortschef.

Der Förderverein hatte den Bürgermeister zur Sitzung eingeladen, um endlich Klarheit zu bekommen, wohin die Reise geht. Denn seit der Rückgabe des Waldbades aus Trägerschaft der Verbandsgemeinde (VG) an die Gemeinde Anfang 2013 liegt das Gelände im Dornröschenschlaf. "Hoffentlich funktioniert noch nach einem Jahr Pause alles. Das ist eine meiner größten Sorgen", gab Jürgen Ulrich zu bedenken. Doch Harald Josten gab sich da optimistisch. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir, sollte es ein Ja im Rat geben, das Bad mit unseren Kräften wieder zum Laufen bringen", erklärte er. Zudem ist zumindest der Teil der Technik, der sich auf dem Gelände von Werneckes befindet, etwa einige Pumpen, von der Pächterfamilie nach eigenen Aussagen winterfest gemacht worden.

Auf die Hilfe des Fördervereins bei der Vorbereitung des Waldbades für die Saison kann sich die Gemeinde jedenfalls verlassen. "Wir stehen in den Startlöchern und versprechen, dass wir alle Register ziehen werden, wenn der Öffnung zugestimmt wird", sagte Jürgen Ulrich zu. Neben dem Streichen der Becken könnten die Vereinsmitglieder beispielsweise auch das Rasenmähen übernehmen und auch über die Eintrittskassierung müsse man nochmal nachdenken.

Der schwelende Rechtsstreit mit dem bisherigen Schwimmmeister, der die Gemeinde bisher von einer Öffnung abgehalten hat, könnte nach Einschätzung des Bürgermeisters noch im Februar entschieden werden. "Aber da halte ich mich raus, das ist eine Sache zwischen ihm und der Verbandsgemeinde", betonte Josten. Eine Übergabe des Inventars seitens der VG habe damals stattgefunden. "Was funktioniert hat, ist da. Inwieweit es sich in dem einen Jahr kaputt gestanden hat, werden wir sehen", erklärte er.

Für den Förderverein ist klar: Am 11. Februar kann es von den Räten nur Ja oder Nein geben. "Eine Enthaltung können wir nicht akzeptieren", meinte Jürgen Ulrich. Um das Bürgerinteresse an der Waldbad-Öffnung zu dokumentieren, sei es wichtig, dass möglichst viele Apenburger zur Sitzung kommen. "Wir dürfen die Räte nicht allein lassen, die Gemeinde muss wissen, woran sie ist", appellierte auch Vorstandsmitglied Günter Schröder an die Bürger. Zeit und Ort der Zusammenkunft stehen allerdings noch nicht fest.