Seit Donnerstagabend gibt es im Altmarkkreis Salzwedel einen Kreisverband der Partei Alternative für Deutschland, kurz AfD. Zum Kreisvorsitzenden wurde Georg Krutzfeld aus Gardelegen gewählt.

Gardelegen l Für Politik interessiert sich der heute 38-jährige Torsten Lüders schon seit mindestens zwei Jahrzehnten. Politisch aktiv war er aber nie - bis vor einigen Tagen. Denn der in der Jugendhilfe tätige Erzieher aus Gardelegen wurde Mitglied der Partei Alternative für Deutschland. "Die AfD hat viele Dinge angesprochen, mit denen ich mich schon früher beschäftigt habe", begründete der Gardeleger seine Entscheidung, sich für die vor einem Jahr gegründete Partei zu engagieren. Nicht mehr nur über politische Entscheidungen und Entwicklungen meckern, sondern sich selbst einbringen, das möchte Torsten Lüders künftig.

"Wir hoffen, dass wir willkommen sind."

Darum gehörte er am Donnerstagabend während der Zusammenkunft im Kalbenser Ortsteil Engersen nicht nur zu den zehn Gründungsmitgliedern des AfD-Kreisverbandes Altmarkkreis Salzwedel, sondern er bewarb sich auch um ein Vorstandsamt. Mit Erfolg, denn Torsten Lüders wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Kreisvorsitzender ist ebenfalls ein Gardeleger: der 66-jährige Georg Krutzfeld, studierter Journalist und jetzt im Ruhestand.

Die allermeisten Mitglieder des Kreisverbandes hatten bisher nichts mit Politik zu tun. "Wir sind Laienpolitiker und hoffen, dass wir willkommen sind", sagte Georg Krutzfeld, wohl wissend, dass die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland nicht bei allen beliebt ist. In den Bundestag hatte es die AfD im September vergangenen Jahres zwar nicht geschafft, aber mit bundesweit 4,7 Prozent mehr als einen Achtungserfolg erzielt. Auch in der Hansestadt Gardelegen kam die Partei über vier Prozent. Für die Mitglieder ein guter Bekanntheitsgrad und eine gute Ausgangslage, um bei den Kommunalwahlen am 25. Mai zu kandidieren. Eine Entscheidung, ob der Kreisverband Kandidaten für den Kreistag, für den Stadtrat oder die Ortschaftsräte benennt, sei noch nicht gefallen, sagte Georg Krutzfeld gestern. Weil aber fünf der zehn derzeitigen Mitglieder aus Gardelegen sind, könnte sich der Kreisvorsitzende schon vorstellen, für die Stadtratswahl eine Liste aufzustellen - eventuell mit Torsten Lüders an der Spitze.

"Die Botschaft heißt: Wir sind da!"

Ob eine Kandidatur, auch für den Kreistag, möglich ist, hängt von der Zulassung des AfD-Landesverbandes für die Kommunalwahl ab. Wenn der Landeswahlleiter sein Ja gegeben hat, könnten vor Ort Unterstützerunterschriften gesammelt werden. Und dann müsse geschaut werden, ob es ausreichend Kandidaten gibt, sagte Georg Krutzfeld. Um sich als Partei und Kreisverband vorzustellen, soll es demnächst einen Informationsabend geben, eventuell mit Gästen vom Landesverband. Einen Termin dafür gibt es allerdings noch nicht. Dieser Tage sei die Botschaft erst einmal: "Wir sind da!"

Der AfD-Kreisvorsitzende schaut positiv nach vorn: "Wir sind eine junge Partei, wir haben nichts zu verlieren. Wir können nur gewinnen." Punkten möchten die westaltmärkischen Mitglieder mit dem, was die Partei von anderen unterscheidet. Zum Beispiel die Forderung, das Volk bei wichtigen Fragen einzubeziehen mit Volksabstimmungen oder Volksbefragungen. Solche Befragungen der Bürger kann sich Georg Krutzfeld auch für regionale Themen, zum Beispiel für die Altmark oder für Städte, vorstellen.