Der SV Oebisfelde (SVO), mit aktuell 400 Mitgliedern der stärkste Verein der Stadt, hat mit ­Andreas Werner einen neuen Vorsitzenden. Darauf einigten sich am Freitagabend ohne Gegenstimme und Enthaltung die Vereinsmitglieder bei der Jahreshaupt- und Wahlversammlung im Klubraum der Sporthalle am Bahnhof.

Oebisfelde l Der 31 Jahre alte Werner übernahm den Vorsitz von Axel Schulz. Der 50-Jährige hatte den Verein knapp 22 Jahre geführt.

Der Rückzug des verdienstvollen Ex-Vorsitzenden von der Vereinsspitze kam für die Sportler indes nicht über­raschend, da er ihn langfristig angekündigt hatte. Ganz aus dem Vorstand wird sich Schulz aber nicht verabschieden. Er übernahm vorerst kommissarisch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, das vorher Werner inne hatte. "Axel hat sehr viel für unseren ­Verein geleistet. Auf seine Erfahrung können wir nicht verzichten", sagte der neue SVO-Chef.

In ihren Ämtern einstimmig bestätigt wurden hingegen die 60 Jahre alte Elfi Giesecke als Sportwartin und der 53-jährige Jens Pickert als Pressewart. Beide haben jedoch angekündigt, bei der nächsten Wahl in zwei Jahren nicht mehr zu kandidieren. Der Vorstand soll damit weiter verjüngt werden. Das "Nachrücken von jungem Blut in den SVO-Vorstand", wie Ex-Vorsitzender Schulz einmal formulierte, begann bereits im vergangenen Jahr. 2013 hatte sich Jürgen Müller, er war rund 30 Jahre für die Finanzen des Vereins zuständig, aus dem Führungsgremium verabschiedet. Seinen Posten übernahm die jetzt 28 Jahre alte Sabrina Schulze.

Steigende Ausgabenfür Betriebskosten

Apropos Finanzen: Die spielten beim Sportlertreffen eine wichtige Rolle. So wurde wie schon im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Einen entsprechenden Antrag hatte Steffi Müller, Leiterin der Sparte Handball, an den Vorstand eingereicht. "Aufgrund des ständig steigenden Preisindexes für die vom Verein zu zahlenden Betriebskosten für die Nutzung der kommunalen Sportstätten, 2013 wurde der Anteil auf Beschluss des Stadtrates von 30 auf 40 Prozent erhöht, ist für mich die Anhebung des Beitrages notwendig", erklärte Steffi Müller.

Mir acht Gegenstimmen beschlossen die SVO-Mitglieder den Antrag von Steffi Müller. Damit haben Erwachsene rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres 10 Euro pro Monat zu zahlen. Vorher waren 8,50 Euro fällig. Der Beitragssatz für Schüler und Studenten steigt von 4,50 auf 5 Euro und der für Kinder bis 14 Jahre von 3,50 auf 4 Euro. Der Familienbeitrag ist von der Erhöhung nicht betroffen.

Trotz, dass wir alle tiefer in die Tasche greifen müssen, ist unser Beitrag meiner Meinung nach noch moderat. Bundesweit liegen wir damit im Mittelfeld", betonte Andreas Werner.

Dagegen nimmt der Verein in puncto Jugendarbeit im Bundesdurchschnitt sicherlich eine Spitzenposition ein. Aushängeschild des SVO sind natürlich die Mitteldeutschen Oberliga-Handballer, die unter Trainer Hendrik Tuschy in dieser Saison sogar um die Medaillenplätze mitspielen, doch Alt-Vorsitzender Schulz unterstrich: "Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen stand und steht bei uns stets im Vordergrund." So sind momentan 159 Mädchen und Jungen, hauptsächlich in den Sparten Handball und Tennis, beim SVO eingeschrieben. Um sie kümmern sich nicht nur zahlreiche Trainer und Sponsoren, sondern auch viele Eltern ziehen seit Jahren mit an einem Strang.