Klötze l Die immer noch zunehmenden Affären innerhalb der Strukturen des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, besser unter der Abkürzung ADAC bekannt, sind mittlerweile bis in die Einheitsgemeinde Klötze spürbar. Die Auswirkungen sind schwer messbar, doch es gibt Äußerungen, die darauf schließen lassen, dass der Vertrauenverlust bei ADAC-Mitgliedern wie Geschäftspartnern der "Gelben Engel" gravierend ist.

"Da helfen alle guten Angebote des ADAC nichts, ist der Ruf erst einmal angekratzt"

Die Volksstimme sprach mit dem Autohausbesitzer Andreas Meyer aus Klötze. Der Unternehmer ist aktuell wohl einziger und zudem langjähriger Partner des angeschlagenen Automobilclubs in der Region Klötze. "Die Gründe, mit dem ADAC zu kooperieren, lagen und liegen auf der Hand", heißt es von Meyer. "ADAC, das war ein Markenzeichen in der Automobilbranche. Vertrauenswürdig, richtungweisend und überall präsent. Das musste etwas Gutes sein", argumentiert Meyer. "Mit solch einem Label, den Angeboten und den vielen Mitgliedern war ich mit meinem Unternehmen in einem guten Fahrwasser." Eigentlich verhielt es sich bis zu den jetzigen Skandalen wie ein Schneeballprinzip. Nur mit dem Unterschied, dass für den Bereich Kundenservice und Pannendienst beide Seiten, also Anbieter und Kunde, profitieren, führt Meyer aus.

Das hat sich in den vergangenen Wochen doch spürbar geändert. Insbesondere die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft im ADAC ist ins Stocken geraten. "Da helfen alle guten Angebote des ADAC nichts. Ist der Ruf erst einmal angekratzt...", erklärt sich Meyer die fast zum Stillstand gekommene Nachfrage. "Ich werde jedoch weiterhin mit dem ADAC zusammenarbeiten. Es ist nicht vorstellbar, dass solch ein Unternehmen keine Selbstreinigung vornimmt, um wieder den tadellosen Ruf von einst zu erlangen", setzt der Autohausbesitzer auf eine aufklärende Zeit bei den "Gelben Engeln" aus München. Was ohne Einschränkungen von den ADAC-Partnerfirmen abverlangt wird, ist der Pannenservice. Andreas Meyer ist ja auch selbst in der Pflicht, einen kundengerechten Service anzubieten, ob für den ADAC oder für den eigenen Betrieb. Deshalb hält er es für dringend notwendig, dass der ADAC-Skandal so schnell wie möglich aufgeklärt wird.

"Wir können keinen Einbruch bei den Einsätzen für ADAC-Kunden feststellen."

Beim Pannen- und Abschleppdienst für den Club arbeitet das Klötzer Autohaus mit dem Autohaus Hans-Ulrich Lemme in Maxdorf zusammen. Von dort war zu erfahren, dass dieses Angebot unvermindert weiter in Anspruch genommen wird. "Wir können keinen Einbruch bei den Einsätzen für ADAC-Kunden feststellen", hieß es auf Anfrage von Lemme. Die Abrechnungen für diese Einsätze werden laufend und fristgerecht vom ADAC bearbeitet. Da gebe es keinen Grund zu klagen.