Es wird nicht gern darüber gesprochen, ist jedoch mehr als ein Ärgernis, das offensichtlich einige Hundebesitzer nicht sonderlich berührt: Hundekot auf Gehwegen. Diese auch gern als Tretminen bezeichneten Hinterlassenschaften lassen Personen oft zürnen, wenn sie hineingetreten sind.

Klötze l Hundehaufen und selbst Häufchen auf und entlang von Gehwegen zu hinterlassen, das ist eine Ordnungswidrigkeit, informiert Petra Müller vom Klötzer Ordnungsamt. Sie selbst besitzt Hunde, muss also auch Gassigehen. Was sie aber nie dabei vergisst, ist ein Behältnis, um die Notdurft ihrer Lieblinge nicht achtlos der Natur oder einer Schuhsohle zu überlassen. Auch Ivonne Alber ist nur allzu gern mit ihrer dreijährigen Labrador-Hündin Lina unterwegs. "Wenn es die Zeit erlaubt, drehen mein Mann oder ich mit der Lina täglich zwei große Runden, auch durch die Stadt", heißt es von der auskunftsfreudigen Hundebesitzerin. Und sie fügt hinzu: "Wir haben immer eine Tüte für, na ja, Sie wissen ja schon, mit dabei." Selbst haben die Albers die Kot-Belästigung eine ganze Zeit lang vor ihrer eigenen Haustür erlebt. Hundehaufen prangten oder lagen breitgetreten auf dem Bürgersteig in ihrer Straße. Es hat sich dann von allein erledigt, freut es die Tierliebhaberin. Andere Klötzer Hundebesitzer, die beim Hundeausführen auf ein Behältnis angesprochen wurden, reagierten verwundert und auch ablehnend. Manche zeigten eine Tüte oder Taschentuch vor, andere zogen "mürrisch knurrend" des Wegs.

"Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt."

Petra Müller, Klötzer Ordnungsamt

Zurück ins Ordnungsamt: Alles Knurren, selbst ein Abwinken ob des Themas helfen nicht. Allein das sofortige Entfernen des Hundekots durch Herrchen oder Frauchen ist der korrekte Weg und erspart möglicherweise ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro. Denn es handelt sich beim Nichthandeln um eine Ordnungswidrigkeit.

Petra Müller ist aber gesprächsbereit, wenn ihr solch ein Vorfall auf den Tisch flattert oder angezeigt wird. "Es handelt sich nicht um ein Kavaliersdelikt, es ist schlicht eine, vorsichtig ausgedrückt, nicht hinnehmbare Nachlässigkeit", umschreibt sie andere denkbare Formulierungen.

Kommt ihr solch eine Verfehlung mit Ross und Reiter zu Ohren, schickt sie eine Verwarnung mit Anhörungsbogen zur betreffenden Adresse. "In fast allen Fällen kommt der angeschriebene Hundehalter persönlich zu uns ins Haus. Manche geben das Malheur zu und zahlen, andere streiten ab. Die Beweislast ist ja auch nicht immer auseichend", bedauert Petra Müller.

Für sie ist das Verhalten von unbelehrbaren Hundehaltern schlichtweg fürchterlich. Zumal es in der Stadt zahlreiche Möglichkeiten gibt, die unliebsamen Tierausscheidungen in Müllbehältnissen zu entsorgen. Die Last der Kotentsorgung mit der Zahlungspflicht der Hundesteuer auf die Stadt abzuwälzen, das wäre ja gleichzusetzen, als wenn der Staat den Treibstoff fürs Auto zahlen müsse, weil er ja die Kfz-Steuer einstreicht - eine Milchmädchenrechnung.

Im Hundekataster der Stadt einschließlich der Ortsteile sind aktuell 298 Vierbeiner erfasst, informiert Petra Müller. Es sei schade, dass wenige Hundebesitzer mit ihrem Fehlverhalten dafür sorgen, dass andere sich über Tiere, die nicht anders können, aufregen.