Die Zahl der Leser, die die Beetzendorfer Bibliothek nutzen, ist 2013 leicht gestiegen. Und die Tendenz zeigt weiter nach oben, nicht zuletzt dank des Umzugs der Einrichtung ins neue Bürgerzentrum und der damit verbundenen zentraleren Lage.

Beetzendorf l Erst wenige Monate ist die Beetzendorfer Bibliothek in ihren neuen Räumlichkeiten im Bürgerzentrum am Marschweg zu Hause, doch die positiven Auswirkungen des Umzugs zeigen sich bereits jetzt. "Wir haben in diesem Jahr bereits 20 Neuanmeldungen zu verzeichnen", berichtete Leiterin Brigitte Wiswede stolz. Viele nutzen die zentrale Lage der Einrichtung gleich neben dem Verwaltungsgebäude zu einem kleinen Abstecher und entdecken dort die Welt der Bücher. "Und wenn ich dann sage, dass hier die Ausleihe noch kostenlos ist, sind viele erstaunt", meinte Wiswede.

20 Neuanmeldungen nach noch nicht einmal fünf Wochen im neuen Jahr sind enorm, wenn man den Vergleich zu 2013 zieht. Da gab es im gesamten Jahr 60 neue Leser. Insgesamt hat die Einrichtung 465 Benutzer, auch diese Zahl ist gegenüber 2012 gestiegen und dürfte sich in diesem Jahr wieder der 500er-Marke nähern. Schließlich hat die Bibliothek an ihren neuen Standort neben der zentralen Lage auch noch andere Vorteile: Gegenüber dem bisherigen Domizil am Parkeingang ist mehr Platz vorhanden, und die Einrichtung kann barrierefrei erreicht werden. Ein großer Vorteil gerade für ältere und behinderte Besucher.

Und die Leser holen sich nicht nur Schmökerstoff ab, sondern bringen auch Bücherspenden vorbei. 250 waren es bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres, beinahe so viele wie im gesamten vorigen Jahr. Am Donnerstag beispielsweise konnte Brigitte Wiswede die komplette Harry-Potter-Reihe in Empfang nehmen. "Die haben wir zwar schon, aber unseren Exemplaren sieht man den häufigen Gebrauch schon etwas an", meinte die Bibliothekarin. Auch aus einem aufgelösten Haushalt in Tangeln, der über eine Bibliothek verfügte, konnte sich die Leiterin Material für ihre Bücherregale aussuchen.

Inzwischen ist die Technik in der Bibliothek auf dem neuesten Stand, und die Fenster haben grüne Lamellenvorhänge erhalten. Auch die Präsentation der Einrichtung auf der Internetseite der Gemeinde ist seit Donnerstag aktualisiert. Doch noch sind nicht alle Folgen des Umzugs bewäl- tigt.

"Es gibt noch einige Kartons in der Ecke, die auszupacken sind. Das geschieht nach und nach. Und die Internetecke für die Benutzer ist auch noch nicht wieder eingerichtet", erklärte Brigitte Wiswede.

Der Renner bei den Beetzendorfer Lesern waren auch 2013 vor allem Krimis. Ganz oben auf der Liste: die Bücher des inzwischen verstorbenen Autors Andreas Franz. "Sein letztes Buch wurde von Daniel Halbe fertiggestellt, der jetzt in seinem Stil weiterschreibt", berichtete Brigitte Wiswede. Entsprechend gut kommen auch Halbes Bücher bei den Lesern an. "Da merkt man fast gar nicht, dass das eigentlich ein anderer Schriftsteller ist", meinte die Beetzendorferin Heidi Ilk, die sich gern Krimis in der Bibliothek ausleiht.

Auch historische Romane gehen nach wie vor gut. Beispielsweise diejenigen von Astrid Fritz. "Da habe ich zunächst einen gehabt und dann wegen der großen Nachfrage die anderen auch angeschafft", erzählte die Bibliothekarin. Neben dem "Pestengel von Freiburg" stehen jetzt auch "Die Bettelprophetin", "Die Vagabundin" und "Das Aschenkreuz" in den Regalen.

Überhaupt können sich die Bibliotheksbesucher auf zahlreiche neue Bücher freuen. So ist die aktuelle Literatur-Nobelpreisträgerin Alice Munro mit ihren Bestsellern "Tanz der seligen Geister" und "Der Traum meiner Mutter" ebenso in der Beetzendorfer Einrichtung präsent wie Terézia Mora, die 2013 den Deutschen Buchpreis für ihr Werk "Das Ungeheuer" erhielt. Krimifans kommen mit den spannenden Büchern der Schwedin Camilla Läckberg auf ihre Kosten, von denen einige auch schon im Fernsehen zu sehen waren. Empfehlen kann Brigitte Wiswede zudem die Autobiografie "Mein zweites Leben" von Christiane F., der Hauptfigur aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", und die Bücher von Bastian Bielendörfer ("Lebenslänglich Klassenfahrt"), in denen er humorvoll über das Leben als Lehrerkind erzählt.

Für Jugendliche gibt es neue Fantasy-Romane, etwa von Christine Feehan und Stephenie Meyer, und die Jüngsten erwarten unter anderem verschiedene Bände mit Geschichten des kleinen Drachen Kokosnuss und Ausgaben der Mini-"Was ist was"-Reihe, in denen reich bebildert der Alltag auf einer Baustelle, auf einem Bauernhof oder beim Zahnarzt erzählt wird. Auch neue DVDs, Musik-CDs und Hörbücher werden demnächst in die Regale einsortiert. "Ein Besuch in der Bibliothek lohnt sich also auf jeden Fall", hofft Brigitte Wiswede auf reges Interesse.