Es ist Mittelpunkt vieler Diskussionen, die gesunde Ernährung. Doch allein mit wissenschaftlichen Argumenten ist diesem Essverhalten nicht beizukommen. Diätassistentin Heike Fuhrmann brachte ihre jungen Teilnehmer mit Bauchgefühl, Gemüse, Obst und Getreide auf den Geschmack.

Klötze l Für die Ernährungsberaterin aus Überzeugung ist der Zug in Richtung Fast Food noch nicht abgefahren. Sie ist überzeugt, dass eine gesunde Ernährung über den Geschmack und übers Bauchgefühl zu erreichen ist. Die zehn Mädchen und Jungen waren dann gestern in der Küche der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze beim Tag der Kochlöffelbande mit Freude dabei.

In der ersten halben Stunde noch etwas ungläubig, ob denn Getreideklopse tatsächlich schmecken, ließen sich Louis, Cindy, Johanna und Jan die knusprig gebratenen Bällchen als Hauptspeise mit Kartoffelbrei ohne Milch zum Mittagessen schmecken. Die Kochlöffelbande befasste sich nicht nur mit dem Zubereiten, auch Hinweise zur Ernährung im Tagesablauf, das Vorbereiten von Rohkost, Fleisch sowie Soßen und selbstverständlich auch der Abwasch standen auf dem besonderen Ferienangebot von Heike Fuhrmann.

"Man wird nichts erreichen, wenn die Ernährung, mag sie noch so gesund sein, nur über den Kopf gesteuert wird."

"Es ist mit dem Essen nicht so einfach, wie allgemein angenommen wird. Erwachsene müssen sich völlig anders ernähren als Kinder und Jugendliche", begann Heike Fuhrmann ihr Gespräch mit der Volksstimme. "Wichtig ist jedoch, dass Eltern ihren Schützlingen ein beispielgebendes Vorbild sind. Entscheidendes Moment ist ein ausreichender Flüssigkeitshaushalt, allerdings ohne Getränke mit hohem Zuckeranteil." Kaum gesagt, kredenzte sie den Kindern zur Begrüßung einen Kräutertee ohne Zucker oder Süßstoff. Und das Getränk schmeckte der Runde. "Man wird nichts erreichen, wenn die Ernährung, mag sie noch so gesund sein, nur über den Kopf gesteuert wird. Das Bauchgefühl ist entscheidend, gibt das Signal fürs Sattsein. Deshalb ist die Mischung aus Wissen um gesunde Ernährung, also zu wissen, was man warum isst, die Menge und der Geschmack ausschlaggebend für das Wohlbefinden und eine gute Figur. Gegen Übergewicht gibt es wohl nur ein Mittel, und das ist die Bewegung", erklärte die Fachfrau in Sachen Ernährung.

So viele Teilnehmer, die an der Veranstaltung teilnahmen, so viele unterschiedliche Essgewohnheiten existierten. Allerdings beim Frühstück, da waren Säfte, Cornflakes und ein Brotaufstrich eines Nuss-Nougat-Creme-Herstellers die Favoriten der Kinder. Weniger ist mehr, am besten gar nicht oder nur ganz, ganz wenig, riet Heike Fuhrmann in Sachen Creme-Aufstrich. Es ist wie mit dem Frühstücksei: Ein Eigelb enthält die Tagesmenge an Cholesterin für einen Erwachsenen. Und der süße Brotaufstrich ist voller Fett, Zucker und Eiweiß. Und diese geballte Ladung wird vom Körper beim Sitzen auf der Schulbank nicht verbrannt, sondern wird nur allzu gern direkt ins Fettgewebe eingelagert.

Auch mit dem Vorurteil, alles was gekocht wird, muss heiß gegessen werden, räumte die Diätassistentin auf. Zu heiß essen oder trinken, dass ist nicht das richtige Signal für die Verdauung. Da wird erst einmal das Kühlen ausgelöst, wichtige Nährstoffe werden nicht genutzt. Ebenso verhält es sich mit zu Kaltem. So sollte zum Frühstück eben keine Milch direkt aus dem Kühlfach getrunken werden. Angewärmt, das wäre ideal für das Bauch- und Sättigungsgefühl.

Die Mädchen und Jungen nahmen dann sicherlich viele Informationen mit nach Hause und werden nun voraussichtlich auch dort wertvolle Küchenhelfer mit zahlreichen Tipps in Sachen gesunde Ernährung sein.

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