Das Klötzer Sozialzentrum ist auf Expansionskurs. Am Dienstag informierte dessen Geschäftsführerin Bärbel Müller über den Kauf des alten Arbeitsamtes. Dort sollen Wohnungen für Senioren entstehen.

Klötze l Der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Senioren-Wohn- und Betreuungszentrum ist gemacht: Das Sozialzentrum in der Klötzer Hagenstraße hat das Gebäude des ehemaligen Arbeitsamtes schräg gegenüber von einem Privatmann gekauft. Dort will das Sozialzentrum (SCA) im ersten und zweiten Obergeschoss elf barrierefreie Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen einrichten. Sechs Wohnungen davon sind für Paare vorgesehen. SCA-Geschäftsführerin Bärbel Müller sprach am Dienstag im Rathaus von "keinem leichten Unterfangen". "Erhebliche Umbaukosten sind abzusehen", sagte sie. Entsprechende Fördermittel seien beantragt, der vorzeitige Maßnahmebeginn würde vorliegen. Der Bedarf für eine weitere Pflegeeinrichtung ist laut Bärbel Müller gegeben. Immer mehr Senioren würden Pflege bedürfen. "Doch die Unterbringung in Heimen wird immer teurer und ist bald kaum noch bezahlbar", begründete die SCA-Chefin und nennt einen weiteren Fakt: "Es wird immer schwieriger, geeignete Fachkräfte für die Pflege zu bekommen." Insgesamt sieht Bärbel Müller eine Marktlücke, die gefüllt werden müsse.

Um auch Angehörigen die Pflege zu erleichtern, soll im Erdgeschoss ein ambulanter Pflegebereich installiert werden, beispielsweise für die Tagespflege. "Ambulante Pflege ist die Zukunft", sagt sie, "da die stationäre Pflege sehr kosten- und personalintensiv ist." Sie wolle mit der neuen Einrichtung auch bedürftigen Senioren mit kleinem Geldbeutel Pflege ermöglichen.

Angebunden wird das neue Betreuungszentrum an das SCA. Einkaufsmöglichkeiten und der Busbahnhof in der Nachbarschaft wertet Bärbel Müller als Standortvorteile. "Wir schaffen damit etwas für ältere Menschen, die in der Region bleiben können, sowie für Klötze und die Ortsteile", sagt Bärbel Müller.

Das sehen auch Bürgermeister Matthias Mann und Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt nicht anders. Seit Monaten haben sie mit dem SCA an der Vorbereitung des Projekts gearbeitet, Gespräche mit Geldgebern und Förderstellen geführt. Mit einer Mischfinanzierung sollen die eine Million Euro teuren Umbaukosten gestemmt werden.

Neben dem Paritätischen treten das Land, die EU und das Deutsche Hilfswerk als Geldgeber auf. Die Stadt beteiligt sich mit 190000 Euro - 90 Prozent sind Fördermittel, bleibt ein Eigenanteil von 20000 Euro. "Wir gehen plus/minus null aus der Sache raus", sagt Matthias Mann. Und: "Ein städtebauliches Hemmnis wird durch dieses Projekt beseitigt, das ist ein Gewinn für Klötze."