Das Apenburger Waldbad ist gerettet. Zumindest in dieser Saison soll die Einrichtung für drei Monate geöffnet werden, entschied der Rat am Dienstagabend. Mehr als 100 Einwohner zeigten bei der Sitzung im Lindenhof-Saal ihre Unterstützung für das Bad.

Apenburg l "So viele Apenburger auf einen Haufen kriegt man so schnell nicht wieder zusammen", staunte auch Vizebürgermeister Mark Wöllmann, als er die Zuhörermenge sah, die sich zur Ratssitzung am Dienstagabend im Apenburger Lindenhof versammelt hatte. Mehr als 100 Einwohner waren gekommen, um ihre Unterstützung für eine Öffnung des Waldbades zu zeigen, über die der Rat endgültig entscheiden wollte.

Und beim Zuhören blieb es keineswegs. In der Einwohnerfragestunde zu Beginn machten die Apenburger deutlich, um was es an diesem Abend ging: Nicht nur um die Zukunft des Bades, sondern auch um die des Lebens im Dorf. "Wir brauchen das Waldbad, es darf nicht verkommen. Es war in diesem Sommer furchtbar langweilig im Ort für uns Jugendliche, weil das Bad geschlossen hatte", meinte Sophie Schüler, eine von vielen jungen Leuten, die zur Sitzung erschienen waren. Auch Apenburgs Kita-Leiterin Britta Patermann drängte im Interesse der Kinder auf eine Öffnung des Bades. "Es war verdammt trostlos letztes Jahr, wir haben das Waldbad schmerzlich vermisst. Und das betrifft nicht nur die Apenburger Kinder, in unsere Kita und Schule gehen auch Mädchen und Jungen aus anderen Orten wie Winterfeld und Cheinitz", betonte sie.

Der Apenburger Fritz Süßmilch, der vor 60 Jahren beim Bau des Bades selbst die Schippe in die Hand genommen hatte, forderte den Rat in einem emotionalen Beitrag auf, Ja zum Waldbad zu sagen. "Es ist für die Schule und den ganzen Ort gut und darf nicht kaputt gehen", meinte er. Joachim Rieseberg stellte in seinem Beitrag einen Bezug zum Bodenneuordnungsverfahren in der Gemeinde her, das von ihm und einigen anderen Eigentümern abgelehnt wird. "Es kann doch nicht sein, dass dieses Projekt für die Gemeinde einen höheren Stellenwert hat als das Waldbad, hinter dem der ganze Ort steht", erklärte er.

Bürgermeister Harald Josten machte in der anschließenden Ratsdebatte einen Vorschlag. Demnach könnte das Bad in diesem Jahr geöffnet und mit einem festgelegten Budget von 50000 Euro betrieben werden. Es habe Gespräche mit dem Waldbad-Förderverein gegeben, der seine aktive Mithilfe zugesagt hat. "Allerdings wissen wir noch nicht, was genau auf uns zukommt. Schließlich stand die Technik im Bad ein Jahr lang still", warnte der Ortschef. Stimme der Rat zu, wolle er zusammen mit dem Förderverein konkret vereinbaren, wer welche Aufgaben bei der Vorbereitung und Durchführung des Badebetriebes übernimmt.

Apenburgs Gemeindevertreter Peter Warlich regte an, die Saison auf drei Monate zu beschränken, um die Personalkosten zu minimieren. Dem schlossen sich die Ratsmitglieder an. Auch Eberhard Dierks sprach sich für die Öffnung des Bades aus, rief aber zugleich die Apenburger auf, das bei der Sitzung gezeigte Engagement auch im Waldbad selbst unter Beweis zu stellen. Etwa wenn es um Arbeitseinsätze, Pflegearbeiten oder die Kassierung geht. "Wir wollen das Bad mit den Bürgern zusammen betreiben, und auch die Jugendlichen müssen noch mehr eingebunden werden. Hier im Waldbad muss immer etwas los sein", erklärte er. Die Apenburger hätten mit der Alten Burg und der Motocross-Strecke bewiesen, dass sie so etwas schaffen können.

Der Recklinger Ratsherr Jens Doose schlug vor, einen beschließenden Ratsausschuss für das Waldbad zu bilden, in dem auch sachkundige Bürger mitarbeiten. Damit könne eine Bündelung der Aufgaben und ein Überblick über die Kosten erreicht werden, gerade in der jetzigen Startphase. Dem schloss sich auch die Winterfelderin Ninett Schneider an. "Nächster Schritt wäre dann die Erstellung eines Konzepts zusammen mit dem Förderverein. Nach dem einen Jahr können wir dann sagen: Es funktioniert, oder eben nicht", meinte sie. Schneider sprach sich ebenfalls für den Weiterbetrieb des Bades aus, vor allem solange der Schul- und Kitstandort Apenburg noch Bestand hat.

Förderverein hofft auf breite Unterstützung der Einwohner

Bei der anschließenden Abstimmung votierten von den neun anwesenden Räten (Detlef Jürges, Dirk Herms und Frank Mergenthaler fehlten) acht für die Öffnung des Bades in dieser Saison, beschränkt auf drei Monate und mit einem Budget von 50000 Euro versehen. Lediglich Holger Pakebusch stimmte dagegen. Der Bürgermeister wird beauftragt, die entsprechenden Maßnahmen in Absprache mit dem Förderverein in die Wege zu leiten. Der Waldbad-Ausschuss soll in der nächsten Ratssitzung installiert werden.

Erleichtert über den Beschluss zeigten sich nicht nur die Zuhörer, sondern auch Fördervereins-Chef Jürgen Ulrich. "Ich freue mich, dass es so ausgegangen ist und dass so viele ihr Interesse am Waldbad gezeigt haben. Jetzt können wir durchstarten. Wir versprechen, dass wir als Verein schnellstmöglich ein Programm aufstellen, wie wir uns einbringen wollen", erklärte der Apenburger. Bis zu sechs Arbeitseinsätze seien notwendig, bei denen er auf breite Unterstützung der Einwohner hofft.

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