Die Stadt Klötze könnte im Jahr zu zahlende Steuern, Gebühren und Beiträge in Höhe von zirka drei Millionen Euro einnehmen. Diese immense Summe verteilt sich auf 5000 Zahlungspflichtige. Am Ende des Jahres 2013 bestanden jedoch noch offene Forderungen von rund 300000 Euro.

Klötze l Dieses fehlende Zehntel verursachten 430 Schuldner, meist private. Ob begründet, vergessen oder grundlos nicht gezahlt, Kassenleiterin Jana Sopauschke ist von Amts wegen verpflichtet, jeden geschuldeten Cent von den säumigen Zahlern einzufordern. Und wenn es sein muss mit einer Lohn- oder Kontopfändung.

"Es ist wirklich das allerletzte Mittel, das ich namens der Stadt ausüben kann. Aber ich scheue mich auch nicht davor", erklärt die Kassenleiterin den bis dahin möglichen Mahnweg. "Es beginnt ja immer mit der schriftlichen Erinnerung, was einer Mahnung gleichzusetzen ist", informiert Jana Sopauschke. "Schon dort fallen Gebühren an, nicht willkürlich festgesetzt, sondern aufgrund exakter Vorgaben. Wir lösen jedes Jahr insgesamt 30 große Mahnläufe mit jeweils bis zu 300 Erinnerungen aus. Danach haben die Schuldner eine Woche Zeit, die bereits fälligen Beträge samt Gebühren einzuzahlen." Doch es kommt häufiger vor, dass es Schuldner immer noch nicht für notwendig erachten, ihre Außenstände zu begleichen. Und einige von ihnen werden am Telefon oder im Rathaus unsachlich und sehen die Kassenleiterin als das Übel für das eigene verschuldete Versäumnis.

"Auch damit muss ich umgehen", bleibt Jana Sopauschke gelassen. Es gehört für sie und ihre Kollegin zur Arbeit, die gemacht werden muss.

Fruchtet das Mahnschreiben nicht, dann geht ein Anschreiben vom Klötzer Rathaus ins Salzwedeler Landratsamt. Von dort aus werden Vollstreckungsbeamte zu den Schuldnern in Marsch gesetzt. Auch das erhöht die Gesamtforderung, denn es fallen weitere Gebühren an - mindestens 20 Euro obendrauf.

Was die Stadt Klötze jedoch nicht in Auftrag gibt, sind Einsätze sogenannter Inkasso-Unternehmen. "Die Vollstreckungsbeamten des Altmarkkreises Salzwedel leisten für uns die Amtshilfe und können sich ausweisen. Das sollte jeder säumige Zahler im Fall der Fälle auch überprüfen", gibt Jana Sopauschke einen wichtigen Hinweis gegen Betrüger an der Haustür.

"Wie gesagt, kommt dann die negative Information zurück auf meinen Schreibtisch, dass nicht vollstreckt werden konnte, dann bleibt mir nur die Lohn- oder Kontopfändung", zuckt die Kassenleiterin bedauernd die Schultern. "Die Stadt bietet aber zahlreiche Möglichkeiten, solche Maßnahmen auszusetzen. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit einer Ratenzahlung oder auch gegebenenfalls der Stundung. Aber die Stadt verzichtet nicht. Nach Jahren noch, vor dem Verjähren der Schuld, wird immer wieder an die Summe plus Gebühren erinnert", ermuntert die Kassenleiterin, doch lieber pünktlich zu zahlen.