Die Aufbauten auf dem Windpark-Gelände nahe Neuferchau ziehen täglich und an Wochenenden immer wieder Schaulustige und Spaziergänger an. Möglicherweise wird das Baugelände auch von Personen aufgesucht, die sich dort aus anderen als gesetzeskonformen Gründen umschauen wollen.

Neuferchau l Und dass solche Dunkelmänner auch in der Einheitsgemeinde ihr Unwesen treiben, belegen Polizeiberichte der jüngsten Zeit. Metall scheint begehrt bei Dieben. Sich der Windpark-Baustelle zu nähern, das hat strikte Grenzen. Lediglich bis zum ersten Warnschild an der Hauptzu- und Abfahrt zum Windpark ist der Zutritt gestattet.

Es wird an vielen Orten gleichzeitig gearbeitet

Wer dennoch einen Schritt über diese imaginäre Abgrenzung setzt, der wird während der Arbeitszeiten der jeweiligen Bauteams von dem für die Bauaufsicht eingesetzten Ingenieur freundlich aber bestimmend auf den öffentlichen Weg zurückgeschickt. Oder Angestellte eines Wachdienstes bitten den Besucher, dann zu abendlicher Stunde, die Baustelle nicht zu betreten, informierte Enercon-Projektleiter Dennis Höhne aus Magdeburg auf Anfrage der Volksstimme.

Die Baustelle bei Neuferchau gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Aus gutem Grund, wie Höhne erklärt. "Es handelt sich um eine Großbaustelle, wo Arbeiten an verschiedenen Orten auf und im Erdboden aber auch in luftigen Höhen sozusagen Hand in Hand zum Ziel der Arbeiten vorankommen müssen. Für alle, die sich auf der Baustelle befinden, gelten höchste Anforderungen für die Arbeitssicherheit. Und die Arbeiter müssen sich darauf verlassen können, dass das Arbeitsumfeld frei von Störungen ist", erläuterte der Projektmanager einige Sicherheitsstandards.

Für Baustellenfremde besteht vielerorts Lebensgefahr

Betreten nun unbedarfte Personen den Baustellenbereich, dann würden sie sich Gefahren aussetzen, die für sie überhaupt nicht erkennbar sein können. Und wer weiß schon, was Arbeiter in zig Metern Höhe mit welchen Gerätschaften leisten müssen, hinterfragt Höhne. Die Männer dort auf der Baustelle verlassen sich aufeinander, kennen alle erforderlichen Handgriffe, so dass jede Ausnahme, die Baustelle unberechtigter Weise zu betreten, für Privatpersonen vielerorts Lebensgefahr bedeutet. Mit ihnen wird schlicht nicht gerechnet.

Es gibt also keine Ausnahme. Und damit das auch so bleibt, hat die mit dem Bau beauftragte Enercon GmbH eine bundesweit agierende Dienstleistungsfirma mit eigener Leitstelle im brandenburgischen Schwedt beauftragt, für die sogenannte äußere Sicherheit des Baukomplexes bei Neuferchau zu sorgen.

Die Männer, die derzeit von abends bis morgens und am Wochenende rund um die Uhr die entstehenden Neubauten auf dem Areal des Windparks bewachen, unterliegen strikten Vorschriften ihres Arbeitgebers. Ihre Namen geben sie nicht preis, sie entziehen sich, wenn nötig, einer Fotografie, und auch ihre markanten Fahrzeuge dürfen auf dem Baustellengelände nicht fotografiert werden. Also Sicherheit im Verborgenen für die Windparkbaustelle.

Allerdings, und das muss angemerkt werden, spricht dieses Sicherheitspersonal jeden Unbekannten, der dem Baugelände zu nahe kommt, freundlich, aber bestimmt an. Die Mitarbeiter besitzen sogar das Recht, ihnen unliebsamen Personen einen Platzverweis für die Baustelle auszusprechen.

Sollten sie zu ungewöhnlicher Stunde Personen in oder am Sicherheitsbereich entdecken, werden sie versuchen, die Identität herauszufinden. Im Zweifelsfall rufen sie die Polizei zur Amtshilfe herbei.

Eine bewährte Vorgehensweise, heißt es aus der Geschäftsstelle der Firma in Schwedt: "Die Abwehr von Diebstählen und das Vorbeugen vor Unglücken durch unerlaubtes Betreten der Baustelle kann nur durch striktes Umsetzen der Sicherheitsauflagen gewahrt werden."