Die Leser der Volksstimme haben entschieden: Elisabeth Bratke ist die Klötzerin des Jahres 2013. Die Steimkerin erhielt 34,9 Prozent der eingereichten Stimmen. Gestern Abend wurde sie im "Schwarzen Adler" in Stendal feierlich geehrt.

Stendal/Steimke l Elisabeth Bratke ist rings um den Drömling und weit darüber hinaus bekannt wie ein bunter Hund. Sie ist die Frau mit dem Akkordeon und imstande, überall Begeisterung zu entfachen. Wo sie auftaucht - sei es bei Geburtstagen, Sommerfesten oder Weihnachtsfeiern -, herrscht sofort gute Laune. Es wird getanzt und gelacht, geschunkelt, bis es kracht. Als Alleinunterhalterin ist Elisabeth Bratke unvergleichlich.

Doch am liebsten ist sie in Gesellschaft. Unter Ihresgleichen. Elisabeth Bratke zählt zu den Mitbegründerinnen des Steimker Frauenchores. Dieser wurde 1962 aus der Taufe gehoben. Seit damals leitet sie das Ensemble auch an. Die Sängerinnen schwärmen von ihr in den allerhöchsten Tönen. "Unsere Elisabeth", so heißt es, "sprudelt vor Ideen und ist voller Tatendrang." Sie motiviert und dirigiert. Chorvorsitzende Birgit Irmscher bezeichnet Elisabeth Bratke als "Vorbild" und hält sie für ein "musikalisches Multi-Talent", das hunderte Lieder auswendig kennt.

Dass Elisabeth Bratke eine besondere Begabung hat, zeichnete sich schon früh ab. Bereits nach wenigen Stunden Klavier-Unterricht galt sie als Meisterin ihres Fachs. Damals war Elisabeth Bratke gerade mal acht Jahre alt. Wenig später brachte sie sich selbst das Akkordeonspielen bei und hatte schon als junges Mädchen ihre ersten öffentlichen Auftritte.

Bei so viel Talent und Enthusiasmus war der berufliche Werdegang fast vorgezeichnet. Bis 1998 war Elisabeth Bratke in Kunrau als Lehrerin tätig. Zeitweise betreute sie drei Chöre gleichzeitig: Grundstufe, Mittelstufe, Oberstufe. Außerdem oblagen ihr die Arbeitsgemeinschaften Volkstanz, Akkordeon und Keyboard. Elisabeth Bratke bereitete all das so großen Spaß, dass sie die AG`s auch nach ihrer Rente noch begleitete.

Die Musik hat für Elisabeth Bratke eine große Bedeutung. Am ehesten drückt das wohl ein Spruch aus, den ihre Mutter einst zu sagen pflegte und der bei ihr daheim einen Ehrenplatz hat. Er lautet: "Auf dass die Seele sich verschöne, gab uns der Himmel die Musik."

Elisabeth Bratke ist nunmehr über 70 Jahre alt, doch von der Musik kann sie nicht lassen. Sie ist Organistin in der Kirche, spielt bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Beerdigungen. Hinzu kommen die wöchentlichen Proben mit dem Steimker Frauenchor. Von 1992 bis 2002 leitete sie zudem den Kinderkirchenchor im benachbarten Brome in Niedersachsen, wo sie bis heute einmal im Monat die Bewohner eines Altenheimes mit ihrem Können und Elan erfreut.

Elisabeth Bratke, die zwei Kinder, drei Enkel und zwei Urenkel hat, hat ihre Musikalität an die nächste Generation weitergegeben. Sohn Jürgen spielt Gitarre und Querflöte, Enkel Paul Gitarre und Trompete. Beide sind sie Mitglied im Musikzug der Steimker Feuerwehr.

Ortsbürgermeister Horst Wienecke lobt Elisabeth Bratke als eine Frau, die das kulturelle Leben in der Region über Jahrzehnte hinweg bereichert hat. Er wünscht ihr für die Zukunft Gesundheit und Kraft, auf dass sie die Menschen mit ihrer Musik noch lange verzaubern möge.

Diesen Wünschen, liebe Elisabeth Bratke, schließt sich die Klötzer Redaktion der Volksstimme von Herzen an. Herzlichen Glückwunsch! Weiter so.

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