Kusey/Klötze l Vor 69 Jahren, am 22. Februar 1945, durchbrachen alliierte Kampfpiloten die mittägliche Stille. Die Flieger sollten die Bahnstrecke zwischen Oebisfelde und Salzwedel attackieren und unbrauchbar machen. Bei dem Angriff gingen auch auf Kusey und Klötze unzählige Bomben hernieder. Ingesamt starben bei dem Angriff 61 Menschen, davon 25 in Klötze. In Erinnerung an die Opfer wurden am Sonnabend am "Nie wieder-Stein" in Kusey sowie am Denkmal an der Kirchstraße in Klötze Kränze niedergelegt.

"Wir sind dankbar, in Frieden leben zu dürfen"

"Den Charakter eines Volkes", so meinte Bürgermeister Matthias Mann, der jeweils die Rede hielt, "erkennt man daran, wie man mit seinen Toten umgeht." Sie hätten es verdient, gewürdigt zu werden. Matthias Mann wies darauf hin, dass noch immer Zeitzeugen leben, in deren Gedächtnis die schrecklichen Ereignisse des 22. Februar 1945, als die Kirch- und die Bergstraße in Klötze völlig zerstört wurden, bis heute eingeprägt sind. Andere kennen zumindest Bilder von der Verwüstung.

Mann machte deutlich, dass es bei diesen Gedenkminuten weder darum geht, Anklage zu erheben, noch darum, Reue einzufordern, geschweige denn, eine Aufrechnung mit den Gräueltaten des NS-Staates vorzunehmen. Vielmehr geht es um Trauer und Gedenken. Trauer um Millionen, die im Krieg ihr Leben ließen. Trauer um Vertriebene, Gefangene und Verfolgte.

Das Gedenken, so sagte der Bürgermeister, erfolgt in der Dankbarkeit einer Generation, die in Friedenszeiten leben darf. Das Gedenken erfolgt aber auch in der Pflicht, aus der Vergangenheit zu lernen. "Wir wollen den Mut aufbringen, so etwas nie wieder zuzulassen."

Jeder Einzelne, so mahnte Matthias Mann, hat den Auftrag, die Erinnerung wach zu halten.

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