Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit feierten gestern Rosa und Willy Grabow im Kreise ihrer Familie. Die beiden Klötzer aus dem Nesenitzer Weg sind auch heute nach 65 Jahren Ehe noch ein Liebespaar, das zusammenhält, um gemeinsam die Zweisamkeit auch im Alter zu genießen.

Klötze l "Es war damals Liebe auf den ersten Blick", beginnt Willy Grabow den Rückblick auf einen seltenen gemeinsamen Lebensweg und lächelt seine Rosa an. Die erwidert den Blick mit Strahlen und einem Lächeln auf den Lippen. "Ja, das passierte damals in Dannwald bei Kyritz wie aus heiterem Himmel. Wir waren dort bei unseren Verwandten zu Besuch, begegneten uns und es war um uns geschehen", umschreibt die 86-jährige Rosa Grabow das Entstehen dieser zarten Bande. "Wir sind bis heute ein Liebespaar geblieben. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick", gibt sie frank und frei preis.

"Auf die Enkel und Ur-Enkel sind wir besonders stolz und haben sie ins Herz geschlossen."

Gestern, auf den Tag genau nach 65 Ehejahren, nahmen sich die in Mecklenburg-Teetz geborene Rosa Welk und der Ur-Klötzer Willy Grabow, wie damals bei gemeinsamen Unternehmungen, vor ihren Gästen auf der kleinen, aber feinen Familienfeier in die Arme. Mit dabei Sohn Horst und Schwiegertochter Doris, die im Klötzer Elternhaus wohnen und sich kümmern. Und auch Bruder Manfred Welke war mit Lebensgefährtin Laura Wild aus dem fernen Frankfurt am Main gekommen. Besonders freute sich das Jubelpaar über die Enkel und Ur-Enkel. "Auf die sind wir besonders stolz und haben sie ins Herz geschlossen", freute sich Rosa Grabow. Nicht dabei sein konnte die 96-jährige Schwester von Willy Grabow.

Zu den zahlreichen Gästen gehörte Klötzes Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt, der zu einem solch seltenen Anlass besonders gern gratulierte. Blumen, Glückwunschkarten und viele Präsente musste das Eiserne Paar immer wieder entgegennehmen. Es stand gemeinsam dieses Feuerwerk an Gratulationen durch. Es wird wohl ein unvergessener Tag bleiben.

Begonnen hat die Liebe in Mecklenburg. Und sie war es auch, die Rosa als junge Frau ihrem Willy nach Klötze folgen ließ. Willy Grabow war in Klötze ein gefragter Elektriker, weil jeder seinen Leitspruch kannte: "Geht nicht gibt es nicht". Ehefrau Rosa ist bis heute die gute und nimmermüde Fee im Haus geblieben. Hausfrau, Mutter, Landwirtin auf dem eigenen kleinen Bauernhof hinterm Haus, all das erledigte sie meist mit einem Lied auf den Lippen. Wenn ihr Willy dann Feierabend hatte, wusste sie ganz genau, dass er die Füße nicht hochlegt, sondern mit ihr die Kuh, die Schweine und die Hühner für die Nacht versorgt. Und nicht nur diese Arbeit erledigten sie gemeinsam.

Dem großem Hobby, das Tanzen, ging das Jubelpaar noch bis zum vorletzten Jahr nach. Auf der Tanzfläche im Takt die Hüften schwingen, sich zum Rhythmus, zu dem man mit muss, bewegen, davon konnten die Grabows so schnell nicht genug bekommen. Ihr Trabi, auf dem sie so lange warten mussten, brachte sie dann auch überall sicher hin und zurück.