Wenn schwere Landwirtschaftsfahrzeuge vom Acker über die Straßen fahren, bleiben Verschmutzungen nicht aus. Doch für die Anwohner des Rohrberger Steinbergweges ist das Maß voll. Sie beklagen nicht nur den ständigen Dreck vor ihrer Haustür, sondern auch eine regelrechte Verschlammung des Weges.

Rohrberg l Mit der Frühlingssonne wird es auch Zeit für die Landwirte, die Äcker zu bestellen oder für die Aussaat vorzubereiten. Entsprechend stark ist derzeit der Verkehr landwirtschaftlicher Fahrzeuge auf den Straßen und Wegen. Und damit verbunden deren Verschmutzung, vor allem beim Verlassen der Felder. Eigentlich greift hier das Verursacherprinzip - das heißt: Wer den Dreck hinterlässt, muss ihn im Rahmen des Zumutbaren auch wieder beseitigen.

Im Rohrberger Steinbergweg klappt das offenbar nicht. "Es reicht, das Maß ist voll", beschwerte sich ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, im Namen der übrigen Einwohner der Straße bei der Volksstimme über die ständigen Verschmutzungen. Seit Jahren würden die landwirtschaftlichen Fahrzeuge auf dem Weg vom Acker ihren Dreck hinterlassen. "Wenn er dann antrocknet, weht er von der Straße rüber bis auf die Fensterbänke", erklärt der Rohrberger und zeigt auf die dicke Staubschicht vor den Scheiben. Auch am Mittwochnachmittag, als sich die Volksstimme die Situation vor Ort ansieht, ist die Straße mit Dreckklumpen, die von schweren Maschinen stammen, übersät. "Die Frauen vom Pflegedienst, die mit ihrem Auto hier halten, wissen beim Überqueren der Straße kaum wo sie hintreten sollen", ärgert sich der Anwohner.

Richtig schlimm sieht es allerdings aus, wenn man den Weg weiter in Richtung Steinberg fährt. An etlichen Stellen ist das Bankett der vor einigen Jahren mit Fördermitteln aus dem Programm Ländlicher Wegebau befestigten Verbindung zerfahren und mit tiefen Spuren versehen. Hierhin sind die landwirtschaftlichen Fahrzeuge offenbar den Büschen entlang des Weges ausgewichen. "Die müssten beschnitten werden, dann passiert so etwas auch nicht", meint der Anwohner.

An einer der Ackerauffahrten ist von einer Fahrbahn schließlich kaum noch etwas zu sehen. Zentimeterdick liegt der Dreck auf der Straße, die in ihrem Anblick eher einem Feldweg ähnelt. "Spazieren gehen ist hier kaum noch möglich und auch die Kremserfahrer haben schon abgewunken, hier entlang zu fahren", berichtet der Rohrberger. Er habe zwar Verständnis für die Landwirte und ihre Arbeit, aber es könne doch nicht zuviel verlangt sein, die Verschmutzungen hinterher wieder zu entfernen.

Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde (VG) habe er informiert, doch dort sei kein Auto zur Verfügung gewesen, um sich die Verschmutzung vor Ort anzuschauen. Inzwischen ist dies allerdings geschehen, wie die Volksstimme aus der VG erfuhr. Und auch mit einem der betroffenen Landwirte sei gesprochen worden. Über das Ergebnis dieser Unterredung war leider nichts in Erfahrung zu bringen, der zuständige Fachbereichsleiter war für die Volksstimme nicht erreichbar.

Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz zeigte sich über das Ausmaß der Verschmutzung überrascht, als ihn die Volksstimme damit konfrontierte. Von den Problemen der Anwohner mit den Landwirtschaftsfahrzeugen wisse er, der massive Dreck im hinteren Bereich des Steinbergweges sei ihm allerdings neu. Er wolle sich die Sache vor Ort ansehen. "Grundsätzlich ist es aber nicht zu vermeiden, dass es zu Verschmutzungen kommt, wenn die Landwirte mit ihrer Technik und großem Reifenprofil den Acker rauf und wieder runter fahren", erklärte Schulz. Die Volksstimme bleibt an dem Problem dran.