Insgesamt gab es 2013 weniger Unfälle auf den Straßen des Altmarkkreises. Aber die Zahl der Verletzten und tödlich Verunglückten ist gestiegen. So lässt sich die Unfallbilanz des Salzwedeler Revierverkehrsdienstes zusammenfassen.

Salzwedel l 16 tödliche Unfälle geschahen im vergangenen Jahr auf den Straßen des Altmarkkreises. Das sind vier Todesopfer mehr als 2012 und seit 2009 ist es der höchste Wert in der Unfallbilanz des Salzwedeler Polizeireviers, die gestern vorgestellt wurde.

Bei den Ursachen lässt sich keine Tendenz feststellen. Einmal war Alkohol im Spiel. Wie schon 2012 gab es mehrere Todesfahrten, bei denen die Autos ohne erkennbaren Grund von der Fahrbahn abkamen. Ob die Fahrer übermüdet oder abgelenkt waren, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen, erklärte Revierleiter Sven Meinecke. In elf Fällen waren die Fahrer zu schnell unterwegs. "Wir können nur immer wieder an die Verkehrsteilnehmer appellieren, die Geschwindigkeit der jeweiligen Verkehrssituation anzupassen", betonte der Revierleiter.

"Das kommt auch daher, dass Menschen und Wild zur gleichen Zeit unterwegs sind."

Was die Altersstruktur der Verursacher tödlicher Unfälle anbelangt, sind die 30- bis 50-Jährigen am stärksten vertreten (siehe Grafik). Bei den unter 25-Jährigen sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 18,75 Prozent. Das jüngste Opfer war 19, das älteste 74 Jahre alt.

Insgesamt ist, was das Unfallgeschehen anbelangt, ein positiver Trend zu verzeichnen. Seit 2009 ist die Zahl kontinuierlich gesunken auf 3148 Unfälle im vergangenen Jahr. Das ist der niedrigste Stand seit 1990. Allerdings stieg die Zahl der schwer und leicht Verletzten, im Vergleich zu 2012 um 50.

Was die Polizisten freut, an der Gesamtzahl der Unfälle sind Einheimische nur zu rund 50 Prozent beteiligt. "Von 2009 bis 2011 lagen die Zahlen bei 62/63 Prozent", berichtete André Kriegbaum, Chef des Revierverkehrsdienstes.

Ein Rätsel ist den Polizisten, warum die Zahl Unfälle beim Abbiegen um 50 gestiegen ist. Dabei befinde sich der Kreis aber im landes- und deutschlandweiten Trend. Woran das liegt müsse noch ermittelt werden. Alle anderen Unfallursachen wie Raserei, Vorfahrtsfehler oder Fahruntüchtigkeit, wozu auch Alkohol- und Drogenkonsum gehören, sind weniger geworden.

Spitzenreiter bleiben mit 1159 die Wildunfälle, wenngleich ein moderater Rückgang, um 36 zu verzeichnen ist. Nach vielen Maßnahmen, wie Duftzäunen und Reflektoren, gebe es noch zu viele Wildunfälle. "Das kommt auch daher, dass Menschen und Wild zur gleichen Zeit unterwegs sind und sich dann unglücklicherweise auf der Straße treffen", erklärte Kriegbaum. Von 6 bis 8 Uhr und 16 bis 24 Uhr passieren die meisten Wildunfälle. Dann, wenn Pendler zur Arbeit und wieder Nachhause fahren. Auch in diesem Punkt ging ein Appell der Polizisten an alle Autofahrer, auf die Wildwechselschilder zu achten und vorsichtig zu fahren.

Eine Erfolgsgeschichte sei das Schutzengelprojekt. 4950 junge Damen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren beteiligen sich aktuell im Kreis daran. Sie achten darauf, dass sich ihre Freunde nicht unter Alkohol- und Drogeneinfluss ans Steuer setzen. Mit Erfolg: Die Zahl der Verkehrsunfälle, die in dieser Altersgruppe auf Suchtmittelkonsum zurückzuführen sind, sei kontinuierlich gesunken. "Diese präventive Maßnahme ist äußerst sinnvoll und wir werden sie weiterführen", erklärte Kreis-Dezernent Hans Thiele.