Gebührenerhöhungen werden von Kunden wohl nie gern gesehen. Der Wasserverband Klötze (WVK) hat Mittwochabend jedoch die Neufassung der Entgeltregelung beschlossen - nach 13 Jahren, moderat und kostendeckend. Der Anstoß dafür kam von sachkundigen Fachleuten.

Klötze l Schon in der jüngeren Vergangenheit zeichnete sich ab, dass sich der WVK auf dem finanziellen Weg befand, nicht mehr kostendeckend zu wirtschaften. Diese Entwicklung hätten der Rechtsberater des Verbandes und Wirtschaftsexperten der Geschäftsführerin in den Beratungsgesprächen ans Herz gelegt. Würde nicht kostendeckend verfahren, wäre das ein Verstoß gegen die Satzung und könnte weitreichende Folgen nach sich ziehen. Aus den Ausführungen von Geschäftsführerin Birgit Tüngler im Verlauf der Verbandssitzung im Klötzer WVK-Haus in der Oebisfelder Straße wurde dem beschließenden Gremium deutlich, dass die Neuregelung eigentlich überfällig sei.

Sehr positiv: gute Auslastung bei Trink- und Abwasser

Vorsitzender Matthias Mann, Horst Wienecke und Peter Warlich appellierten dann auch, diese Beschlussvorlage zu verabschieden, was dann auch einstimmig passierte.

Nicht angefasst werden die Gebühren für Trink- und Abwasser. Die wurden bereits für die aktuellen Erfordernisse im vergangenen November in Kraft gesetzt (die Volksstimme berichtete). Nach der 2013er-Verbrauchsrechnung liegt die Auslastung, so Geschäftsführerin Tüngler, bei 97,55 Prozent für Trinkwasser und 97,68 Prozent im Abwasserbereich. Diese sehr positiven Zahlen zeigten eine zufriedenstellende Tendenz, so Tüngler. Sie ließ damit auch durchblicken, dass diese Zahlen im prognostizierten Rahmen bis 2017 liegen.

Durch die derzeitige Umstellung der Haushaltsführung mittels des künftig geltenden Doppik-Verfahrens müssen die jeweiligen Haushaltpositionen für die Buchungen entsprechend vorbereitet werden. Durch die jetzt neuen Entgelte werde eine neuerliche Erhebung aller Werte im Wasserverband vermieden. Dieser Beschluss helfe, gleich mehrere Schritte quasi in einem Abwasch zu erledigen, informierte die Geschäftsführerin.

Konkret erläuterte sie mehrere Positionen für Kostenabrechnungen, deren Beiträge sich nun bei allen Neuaufträgen erhöhen. Immer handelt es sich dabei um einen privat-rechtlichen Vertrag. Für den Trinkwasseranschluss eines Einfamilienhauses werden 1430 Euro statt bisher 960 Euro berechnet. Für jeden zusätzlichen Meter Leitung müssen 40 statt 20 Euro gezahlt werden.

Ein Hausanschluss für die Abwasserbeseitigung mit dem Sicht- und Kontrollschacht schlägt beim Hauseigentümer eines Einfamilienhauses jetzt mit 2200 Euro zu Buche. Nach der alten Entgeltordnung wären es lediglich 843 Euro gewesen. Für jeden außerhalb der vertraglich zugesicherten Meter Rohrleitung, der gebaut wird, verlangt der WVK 90 statt bislang 75 Euro. Keine Erhöhung wird für den normalen Einfamilienhausanschluss verlangt. Da bleibt es beim Baukostenzuschuss in Höhe von 460 Euro. Möglich wäre aber auch gewesen, einen Rechnungsbetrag bis zu 3100 Euro anzusetzen, hieß es von Birgit Tüngler.

Für das Abfahren von Fäkalschlamm werden die Kosten nicht pauschal, sondern nach der aufgenommenen Menge abgerechnet. Bei Sammelgruben ist es zwingend, so Tüngler, dass die Umwandung absolut undurchlässig ist.

 

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