Über Funk-DSL wurden im vergangenen Jahr alle noch nicht versorgten Orte der Verbandsgemeinde an das schnelle Internet angeschlossen. Eine Ausnahme ist die Gemeinde Kuhfelde, für die jetzt ein gesondertes Verfahren eingeleitet wird. Währenddessen läuft die unabhängige Prüfung des DSL-Netzes.

Beetzendorf. Die Zeiten des Internetsurfens im Schneckentempo gehören in den meisten Orten der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf seit vergangenem Jahr der Geschichte an. Dank des mit Hilfe eines Förderprogramms des Landes eingerichteten Funk-DSL-Netzes erhielten bis auf wenige Ausnahmen alle Haushalte Zugang zur Datenautobahn. Ausgenommen blieb die Gemeinde Kuhfelde, da sie nicht zur alten Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf gehörte, die im Dezember 2009 den Förderantrag bewil- ligt bekam. "Allerdings sind wir gerade dabei, hier nachzuziehen, um auch den Bewohnern dieser Gemeinde Funk-DSL-Anschlüsse zu ermöglichen", versicherte VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann auf Nachfrage der Volksstimme im Pressegespräch.

Für die unversorgten Ortsteile der Großgemeinde Kuhfelde muss dafür ein ganz neues Antragsverfahren gestartet werden. "Wir haben versucht, sie noch nachträglich in das bisherige Projekt mit reinzubekommen, aber das hat nicht geklappt", berichtete Lüdemann. Stattdessen muss jetzt zunächst das Marktversagen festgestellt werden. Dazu werden die Telekommunikationsunternehmen angeschrieben und um Angebote für den Aufbau eines DSL-Netzes in der Gemeinde ohne Fördermittel gebeten. Bleiben solche aus, wovon angesichts der gemachten Erfahrungen im übrigen VG-Gebiet auszugehen ist, wird die Wirtschaftlichkeitslücke berechnet, die durch Fördermittel zu kompensieren wäre. "Anschließend erfolgt dann eine erneute Ausschreibung und dann die Vergabe der Arbeiten", informierte die VG-Bürgermeisterin.

Prüfer sind unterwegs

Ganz so viel Zeit wie bei der Vorbereitung des DSL-Ausbaus in den übrigen Gemeinden wird für Kuhfelde wohl nicht benötigt. "Damals waren wir die ersten, die so ein Projekt angegangen sind und für uns war alles neu. Jetzt haben wir Erfahrungen gemacht, deshalb dürfte alles schneller gehen", ist sich Christiane Lüdemann sicher.

Ganz abgeschlossen ist das DSL-Projekt auch im übrigen VG-Gebiet noch nicht. Zwar steht das Netz, und auch die Arbeiten der beauftragten Wilhelmshavener Firma sind beendet. Doch noch steht die Prüfung aus, ob die geforderte Mindestgeschwindigkeit für die Reise durch das Internet auch überall erreicht wird. Dazu sind in diesen Tagen unabhängige Prüfer im Auftrag der Magdeburger Staatskanzlei in der Region unterwegs.

"Sie besuchen Privathaushalte und testen dort die Verbindungen", berichtete Lüdemann. Der Vorschlag, in welche Wohnungen die Tester gehen sollen, kommt nicht von der mit dem DSL-Ausbau beauftragten Firma und auch nicht von der Verwaltung. Stattdessen werden die Bewohner aufgerufen, sich freiwillig für eine Prüfung zur Verfügung zu stellen und sich beim Institut für Informations- und Kommunikationstechnik, das die Tests durchführt, zu melden. Insgesamt werden 40 Haushalte benötigt, um die Verfügbarkeit von DSL direkt beim Endkunden zu testen. Die Prüfung dauert etwa eine Stunde.

Nach Auswertung der Tests erfolgt die endgültige Abnahme des Funk-DSL-Netzes. Dann kann auch die Restsumme an die Wilhelmshavener Firma bezahlt werden. "Bisher wurden von uns nur Abschlagszahlungen vorgenommen", erläuterte die VG-Bürgermeisterin.