Es besteht Einigkeit zwischen Pastor Bernd Schulz und einer Arbeitsgruppe, die Glaubensgemeinschaft im evangelisch-lutherischen Pfarramt Steimke-Kusey zusammenrücken zu lassen. Das große gemeinsame Ziel: Kontinuität in der öffentlichen kirchlichen Arbeit zu erreichen.

Kusey l Die stetig anwachsenden Aufgaben für Pastor Schulz, kirchliche Mitarbeiter und den Vorständen der Kirchspiele Steimke, Kusey, Neuferchau, Immekath, Wenze, Röwitz, Jahrstedt und Böckwitz haben zu diesem Ansinnen geführt. Eine Seelsorge, die ohne Lektoren nicht zu schaffen ist, dankt Schulz diesen Unterstützern. Es ist fester Wille, Gottesdienste und besondere kirchliche Angebote zu festen Zeiten und an festen Orten zu veranstalten. Seit gut eineinhalb Jahren beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit möglichen Angeboten, die den Gemeindegliedern nicht übergestülpt, sondern unterbreitet werden sollen.

"Kusey hat sich als Zentrum des Pfarrbereichs durchaus bewährt. Das soll auch in Zukunft so bleiben."

"Wir müssen den Pfarrbereich strukturell neu ordnen", erläutert Pastor Bernd Schulz im Gespräch mit der Volksstimme die immer noch in der Findung begriffenen Planungen der Arbeitsgruppe. "Wir laufen sonst Gefahr, dass wir uns mit großen Schritten den Problemen der katholischen und der freikirchlichen Gemeinden nähern. Kirchenarbeit muss die Menschen durch klare Strukturen und Attraktivität anziehen. Kirche muss Kontinuität besitzen. Wir müssen uns im wahrsten Sinne des Wortes auf den Weg machen", betont Bernd Schulz.

Der neue Weg ist bereits durch einige strukturelle Veränderungen geebnet. Zwar erst in der Erprobungsphase, doch nicht umkehrbar, will sich Schulz verstanden sehen. So wird es in Kusey künftig jeden Sonntag ab 10 Uhr einen Gottesdienst geben. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Kirchenglocken in den anderen Orten ebenfalls zu festen Zeiten zur Andacht läuten. Allerdings nicht jeden Sonntag. "Kusey hat sich als Zentrum des Pfarrbereichs durchaus bewährt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Zudem bietet Kusey für Gottesdienste im Winter ideale Bedingungen. Und auch das elz garantiert sonst nirgends so vorhandene Möglichkeiten", erklärt Schulz.

"Gut 100 Kirchen- mitglieder von den 300 wären bereit, den Gottesdienst im Nachbarort zu besuchen."

Er ist sich bewusst, dass solche Veränderungen nicht reibungslos von den Kirchenältesten angenommen werden. "Da bestehen alte Gewohnheiten, auf denen gepocht wird. Aber wenn diese Stühle in der Kirche nicht mehr besetzt werden, dann müssen neue Wege angedacht werden, damit die Kirchenarbeit für Gemeinde und Pastor attraktiv wird", fordert Schulz zum Einlenken auf.

Im Sommer 2013 wurden 1300 Fragebögen an die Kirchenmitglieder im Pfarramtsbereich verschickt. Es sollte erfragt werden, wie sich Kirchenarbeit gewünscht wird, erinnert Schulz. Die 300 Bögen, die wieder das Pfarramt erreichten, spiegelte die Situation im Pfarrbereich wider, meint Bernd Schulz. Interessanter aber war das Ergebnis, dass zwei drittel der Rücksender sich einen regelmäßig stattfindenden Gottesdienst wünschten. Und es wurde auf besondere Andachten Wert gelegt. "Und gut 100 Kirchenmitglieder von diesen 300 wären bereit, auch den Gottesdienst in der Kirche im Nachbarort zu besuchen", informiert Pastor Schulz.

Dass dieser neue Weg von Erfolg gekrönt sein kann, meint Pastor Schulz schon jetzt an neuen Gesichtern in den Gottesdiensten zu erkennen. Er sieht Besucher, die er vorher noch nicht gesehen hat. Und die kommen dank fester Gottesdienstzeiten, wie der Pastor feststellen konnte.

 

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