Die Stadt Klötze will erreichen, dass der alte Sportplatz in Kusey weiter als solcher genutzt werden kann. Der Stadtrat hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen.

Kusey l Der Streit um den Sportplatz am Lateiner Weg in Kusey geht in die nächste Runde. So hat der Klötzer Stadtrat bei seiner Zusammenkunft am Mittwochabend einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die sechs betreffenden Flurstücke beschlossen. Eines davon hatte der Landwirt Herwig Bierstedt erworben, um Platz für seine Gerätschaften zu haben und um auf einen angrenzenden Acker gelangen zu können.

"Um die Nutzung als Sportplatz langfristig zu sichern, ist die Aufstellung eines B-Planes erforderlich."

Der Sportplatz befindet sich also zum Teil in Privatbesitz. Problem: Schul- oder Vereinssport könnte dort künftig nicht mehr stattfinden. Viele Bürger wollen aber genau daran festhalten. Abzulesen ist das daran, dass sich im Herbst 2013 zirka 800 Menschen an der vom TSV Kusey initiierten Aktion "Rettet den alten Kuseyer Sportplatz" beteiligten.

Gleich nach Beginn der Sitzung des Stadtrates war das Thema etwa 15 Minuten lang hinter verschlossener Tür behandelt und nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt worden.

In der Begründung des Beschlussvorschlages heißt es, dass die Grundstücke gegenwärtig im Flächennutzungsplan von Kusey als Grünfläche und Sportplatz dargestellt sind und im Außenbereich liegen. Und: "Die Flächen wurden schon seit den 1970er Jahren als Schulsportplatz und durch den Kindergarten sowie den Sportverein genutzt. Der Bau erfolgte in Eigeninitiative durch Kuseyer Bürger. Um die Nutzung als Sportplatz langfristig zu sichern, ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich."

Somit meldet die Kommune sozusagen öffentliches Interesse an. Dies sei rechtlich durchaus möglich, wie Bürgermeister Matthias Mann im Gespräch mit der Volksstimme versicherte. Die Eigentümer würden nun an der weiteren Planung beteiligt und könnten Stellung nehmen.

Aber warum musste es überhaupt soweit kommen? Laut Matthias Mann habe Herwig Bierstedt alle außergerichtlichen Angebote, die ihm unterbreitet worden seien - Kauf, Flächentausch, Einräumung eines Wegerechts - abgelehnt.

Und warum hat die Stadt den fraglichen Grund und Boden nicht einfach selbst gekauft, als die Möglichkeit dazu bestand? "Weil es vom alten Eigentümer keine Hinweise darauf gab, dass er den Pachtvertrag auflösen oder die Fläche verkaufen will."

Falls Herwig Bierstedt und die anderen Eigentümer mit dem B-Plan nicht einverstanden sind, stünde ihnen der Klageweg offen, erläuterte Matthias Mann.