Der milde Winter, ein sonniger Frühling, aber wohl insbesondere eine florierende Konjunktur haben wohl dazu beigetragen, dass Heiraten in der Einheitsgemeinde Klötze wieder groß in Mode gekommen ist. Standesbeamtin Bettina Schulze und ihren Kolleginnen steht viel Arbeit ins Haus.

Klötze l Noch zu Jahresbeginn sah es für die drei Damen vom Klötzer Standesamt, Bettina Schulze, Petra Müller und Ines Apel, eher ruhig aus. Im ersten Quartal 2014 gaben sich bis zum kommenden Sonnabend sieben Paare das Ja-Wort. Es sah nach einem Verlauf wie im Vorjahr mit nur 42 Eheschließungen aus. In den beiden Jahren davor, also 2011 und 2012, waren es noch 50 und 52 standesamtliche Trauungen.

Diese zahlenmäßige Marke dürfte in diesem Jahr aber übertroffen werden. "Es liegen mittlerweile bereits 39 Anmeldungen für eine standesamtliche Trauung vor", freut es Bettina Schulze. Ein Paar, das seine Voranmeldung am morgigen Sonnabend in die Tat umsetzt, ist Maren Nowak und Alexander Otte aus Immekath. Dritte im Bunde dieser Liebe ist Töchterchen Leonie, die schon seit zweieinhalb Jahren zur Familie gehört. Die fast 30-Jährige Mutter und der 33-Jährige haben sich vor mehr als vier Jahren ineinander verliebt. Sie haben sich über das Internet kennengelernt. "Und es hat dauerhaft zwischen den beiden Online-Liebenden gefunkt", unterstreicht die Schwiegermutter der jungen Braut, Sigrid Otto, ihre Freude über die nahe Polterhochzeit.

Zwischen Kranzbinden und Gäste bewirten erklärt das Brautpaar, dass es für sie vom Beginn ihrer Partnerschaft feststand, dass geheiratet wird. "Sicherlich haben wir unsere finanziellen Möglichkeiten und auch die berufliche Zukunft abgewogen. Ausschlaggebend, dass wir Sonnabend heiraten, ist der runde Geburtstag meiner Maren", heißt es vom Bräutigam.

Paare nehmen besonderes Datum oder Ereignis zum Anlass

So wie in diesem Fall der runde Geburtstag der Anlass für den Hochzeitstag ist, so sind es in den meisten Fällen besondere Ereignisse oder ein besonderes Datum. Wie eine aktuelle Erhebung des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt für 2012 ausweist, gaben sich am Donnerstag, 14. Februar 2008, 38 Paare das Ja-Wort. Ein Jahr später fiel der Valentinstag auf einen Sonnabend, da heirateten 56 Paare. 2010 gab es keine Trauung, weil der Tag der Verliebten auf einen Sonntag fiel.

In den beiden darauffolgenden Jahren fiel der Valentinstag für Heiratswillige nicht so sehr ins Gewicht. Dafür aber der 29. Februar 2012, da entschlossen sich 61 von insgesamt 10707 Paaren zu heiraten. Im selben Jahr gingen im Altmarkkreis Salzwedel aber auch 162 Eheleute wieder getrennte Wege. Das ist im Land die zweitgeringste Scheidungsrate nach Dessau-Rosslau für 2012.

Aber zurück zum Hochzeithalten: In der Einheitsgemeinde hat das Schloss Kunrau in den zurückliegenden drei Jahren als Ort für Eheschließungen leicht die Nase vorn vor dem Standesamt in Klötze. Im sogenannten Grünen Zimmer im Schloss versprachen 2011 insgesamt 32 Verliebte in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzustehen. In Klötze waren es 18 Paare.

2012 kehrte sich das Verhältnis um. Im Klötzer Trauzimmer schworen sich 28 Paare die ewige Treue, während es in Kunrau vier Paare weniger waren.

Eindeutig wieder die 2013er-Bilanz: Mit 32 Trauungen zu 18 in Klötze ist das Schloss Kunrau die Top-Adresse für Heiratswillige, weiß Standesbeamtin Bettina Schulze. Das gilt übrigens auch für Maren Nowak und Alexander Otte. Im Trauzimmer im Schloss besiegeln sie morgen den Bund der Ehe und heißen dann Familie Otte.

Weiterhin wird festliche Kleidung bei der Trauung getragen, erkennt die Standesbeamtin den Hang der Paare zum traditionellen Erscheinungsbild. Die Braut zeigt sich zumeist in Weiß und der Bräutigam glänzt weiterhin im festlich dunklen Anzug. Heiraten ist und bleibt eben etwas ganz Besonderes im Leben.

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