Sprunghaft sind die Vorkommen von Biberbauten, die dem Unterhaltungsverband Obere Ohre/Aller Sorgen bereiten, angestiegen. Waren es 2012 nur 34, so steigerte sich die Anzahl im vergangenen Jahr auf 107. Das war im Verlauf der Gewässerschau gestern zu erfahren.

Kusey l Die in der Öffentlichkeit als possierliche Glücksbringer und intelligente Baumeister angesehenen, streng geschützten Tiere geben für den Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Obere Ohre/Aller, Hagen Müller, und Horst Wienecke, als Vorsteher des Unterhaltungsverbands, Anlass zu großer Sorge. Der Fleiß der Biber höhlt die Finanzen des Zweckverbands aus. Es ist eine teure Angelegenheit, wie Müller anhand von Zahlen gestern an einem Bibersperrwerk im und über den Quarnebecker Wiesengraben erläuterte: Mussten im Jahr 2012 für Maßnahmen gegen Schäden an Gewässern zweiter Ordnung durch Biber insgesamt 35400 Euro in die Hand genommen werden, so stieg diese Summer nur ein Jahr später auf knapp 56900 Euro. Zusätzlich hatte das Land für solche Erhaltungsmaßnahmen für Gewässer erster Ordnung in 2013 nochmals knapp 28400 Euro zu zahlen.

In diesen Summen für Erhaltungen von Gewässern zweiter Ordnung, für die der Verband in finanzieller Pflicht ist, stecken Zahlungen für das Räumen von 82 Biberbauten im vergangenen Jahr; sechs weitere erhielten eine Drainage, zehn wurden abgelehnt, hieß es von Müller. Er warnte vor Eigeninitiative, um den Biber zu verdrängen. Erstens, so Müller, sind die Tiere standorttreu und scheuen nicht davor, ihre Dämme immer wieder neu am gleichen Ort zu errichten. Und zweitens, und das wiegt schwerer, ist es eine Straftat, Biberbehausungen oder -bauten ohne amtliche Genehmigung zu verändern, geschweige zu räumen. Für die Naturparkverwaltung Drömling fügte Wolfgang Sender hinzu, dass Biber mit Jungen nochmals einen besonderen Schutz genießen. In jedem Fall, sind es immer wieder individuelle Einzelentscheidungen.

Den sogenannten Amtsschimmel sieht Verbandsvorsteher Wienecke auf sich zureiten, wenn er die Vorschläge über Umsiedlungsaktionen zu hören bekommt. Er fragt sich, wer die ausdauernden Nager überhaupt haben möchte und wer die Tiere schonend einfangen und umsiedeln kann. Naturparkmitarbeiter Sender kennt einen Umsiedler, aber auch dessen von Bisswunden vernarbte Schienbeine.