Neuferchau l Von einem ruhigen Jagdjahr sprach Henry Hartmann, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Neuferchau, während der Jahreshauptversammlung am Donnerstag im Klubraum am Saal. "Ohne Vorkommnisse und zu begleichende Wildschäden", versicherte Henry Hartmann. "Aus meiner Sicht gibt es in der Gemarkung einen stabilen Rehwildbestand. Auch Hasen und Rebhühner sind mal zu sehen, wobei Schwarzwild bei uns eine rückläufige Tendenz aufweist", schätzte er ein.

In Neuferchau bringen 178 Jagdgenossen 964 Hektar bejagdbare Fläche ein. Auf die Auszahlung der Jagdpacht verzichten die Grundeigentümer. So konnten im vergangenen Jahr 400 Euro dem Männergesangverein für sein Fest zum 140-jährigen Bestehen übergeben werden. In diesem Jahr soll auf Antrag von Heidelore Hanner, Chefin der Neuferchauer Karnevalisten, der Karnevalsverein einen Zuschuss in Höhe von 400 Euro zum 30-jährigen Bestehen erhalten. Einen weiteren Zuschuss erhalten die Jäger für den Kauf von Reflektoren an der Landesstraße, um Wildunfälle zu vermeiden.

Darüber hinaus bleibt Geld übrig, um im September eine Fahrt zum Neue-Energie-Forum-Feldheim im Brandenburgischen zu unternehmen. Dort versorgt sich der Ort mit Elektro- und Wärmeenergie selbst, begründete Hartmann.

Die Jägerschaft stimmte über einen weiteren Antrag ab: Stefan Gerke bereitet sich auf seine Jägerprüfung vor. Wenn er sie besteht, soll er einen Begehungsschein erhalten. Dem stimmten die Jagdgenossen zu. Später könnte er das fünfte Mitglied der Pächtergemeinschaft werden, stellte Hans-Jürgen Lüder als Sprecher der Gemeinschaft in Aussicht.

Lüder bestätigte zudem den stabilen Rehwildbestand. 30 Tiere sollten zur Strecke gebracht werden. Mit Unterstützung von Kraftfahrern, die acht Rehe mit ihren Fahrzeugen erlegten, wurde die Vorgabe um ein Tier überboten. Besonders hob der Sprecher hervor, dass Jürgen Voß einen Damhirschspießer erlegt hat. An Schwarzwild fielen nur zwei Tiere, eins bei einem Unfall am Ortseingang von Neuferchau.

"Im auslaufenden Jagdjahr wurden acht Füchse erlegt. Wir hatten beim Raubwild schon mal bessere Ergebnisse aufzuweisen", kritisierte Lüder. Er führte das Ergebnis aber auf Krankheiten zurück, wovon sich der Bestand noch nicht erholt habe. Weiterhin wurden zwei Marderhunde von Jägern erlegt und ein Dachs von einem Autofahrer überfahren.

Schließlich ging Hans-Jürgen Lüder noch auf einige Schwerpunkte ein, so die Frage nach dem Verbleib des Schwarzwildbestandes. Ein Grund für den Rückgang könnte der erhöhte Anbau von Mais und Raps für die Energiegewinnung sein, so sein Fazit. Er dankte der Produktivgenossenschaft Neuferchau und der Agrargenossenschaft Kusey für die gute Zusammenarbeit, denn in Neuferchau wird mit dem Anbau von Senf und Erbsen ein gewisser Ausgleich geschaffen. Außerdem sollten die Jäger die Problematik Wolf im Auge haben, dessen Vorkommen in der Umgebung bereits nachgewiesen wurde.

 

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