Die Beschädigungen seiner Grundstücksmauern durch Laster, die sich durch die Einengung am Lindenwall quälen, will der Apenburger Joachim Rieseberg nicht länger hinnehmen. In Eigenregie hat er Maßnahmen getroffen, die aber nicht alle auf ungeteilte Zustimmung stoßen.

Apenburg l Joachim Rieseberg ist sauer. Das Grundstück des Apenburgers liegt genau an der engen Durchfahrt des Lindenwalls, kurz vor der Einmündung in die Vorderstraße. Rechts und links begrenzen weder Borde noch Gehwege die Fahrbahn, so dass der Verkehr haarscharf an den Mauern vorbei fährt. Wenn sich zwei Laster in der Enge begegnen, kann es auch schon mal besonders kritisch werden. Schäden am Mauerwerk sind längst da, auch durch das Streusalz, das im Winter mit voller Wucht auf dem Putz landet.

"Wer schützt uns und unsere Gebäude vor dem Verkehr?", fragt Joachim Rieseberg. Die ständigen Beschädigungen will der Apenburger nicht länger hinnehmen und hat zur Selbsthilfe gegriffen. Mit rot-weißem Warnband umwickelte Eisenstangen und Metallträger vor der Mauer sollen vor allem Laster etwas auf Abstand halten. "Sie befinden sich noch auf meinem Grundstück", verweist Rieseberg auf die Grenze. Doch das Anbringen zusätzlicher Schikanen aus Metall in der Höhe hat jetzt Polizei und Ordnungsamt auf den Plan gerufen. "Es gab eine Anzeige. Laster oder Busse könnten beim Vorbeifahren beschädigt werden. Nicht auszudenken, wenn dabei Personen zu Schaden kommen", meinte Wolfgang Loose, Leiter der für den Bereich der Landesstraße zuständigen Straßenmeisterei Gardelegen. Vor Ort überzeugte er Joachim Rieseberg, zumindest diesen Teil der Privatinitiative zurückzunehmen.

Doch das Problem ist damit nicht vom Tisch. "Wie breit muss eigentlich eine Landesstraße sein? Da muss es doch Vorgaben geben", wollte Rieseberg wissen. Die existieren durchaus, so Loose, aber nicht für bereits bestehende Straßen. So lange zwei Fahrzeuge aneinander vorbeifahren können, sei die Breite ausreichend. Eine spontan durchgeführte Messung ergab 4,50 bis fünf Meter Fahrbahnbreite auf dem betroffenen Abschnitt des Lindenwalls. Abhilfe könnte nur ein Ausbau der engen Ortsdurchfahrt und deren Entschärfung, etwa durch den Abriss des Eckhauses Glupes Erben, bringen. Doch wann sich hier etwas tut, vermochte der Straßenmeisterei-Chef nicht zu sagen. "Das hängt alles von den Finanzen ab, die dem Land zur Verfügung stehen", so Loose.

Zumindest einige zusätzliche Warntafeln, die auch im Dunkeln leuchten, sollen aber in dieser Woche vor Riesebergs Grundstücksmauern angebracht werden. Diese Zusage hat der Apenburger immerhin bekommen.

 

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