Klötze (scm) l Die Liegenschaft an der Breiten Straße 57 und 58 in Klötze, die ehedem als Amtsgericht genutzt wurde, ist am Freitag bei der Frühjahrsauktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG für das Mindestgebot in Höhe von 25000 Euro versteigert worden.

Wie das Auktionshaus gestern auf Anfrage der Volksstimme mitteilte, kam das Objekt mit der Nummer 41 gegen 12.30 Uhr in einem Hotel in Berlin unter den Hammer. Es gab nur einen Bieter. Über den Namen und Wohnort des neuen Eigentümers beziehungsweise der Eigentümerin machte das Auktionshaus aus Datenschutzgründen keine Angaben.

Die Immobilie hat eine interessante Historie. 1906 wurde Richtfest gefeiert. Im Januar 1908 zog das Königliche Amtsgericht dort ein. 1943 verurteilte ein NS-Tribunal einen Hühnerdieb aus Wernstedt zum Tode. Im Juni 1945 wurde das Gebäude zum Sitz der sowjetischen Kommandantur. Zeitweise waren in den Gemäuern auch das Arbeitsamt, die Sparkasse und die Neuapostolische Kirchengemeinde untergebracht. Von 1952 bis 1990 wurden die Räumlichkeiten vom Kreisamt der Volkspolizei genutzt. Seit 1994 steht die Immobilie unter Denkmalschutz. Lange suchte das Land Sachsen-Anhalt vergeblich nach einem Käufer.