Das stimmungsvolle Dorfjubiläum 2012 ließen die Rohrberger am Freitagabend noch einmal Revue passieren. Anlass war die Vorstellung des offiziellen Films zur 800-Jahr-Feier, bei der es auch interessante Fakten aus der Geschichte des Ortes zu erfahren gab.

Rohrberg l Eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass Rohrberg mit einem großen Festwochenende das 800-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes beging. Doch ob das Dokument über den Verkauf des Dorfes Drenick an die Einwohner von Rohrberg, das als erster Beleg für die Existenz des Ortes gilt, auch wirklich im Jahre 1212 ausgestellt wurde, war von Anfang an unsicher. "Die Urkunde wurde 1730 für ein Urkundenbuch vom Original abgeschrieben. Aber von wann dieses stammt, darüber gab es zwei verschiedene Auffassungen - 1212 oder 1252", berichtete Heiko Meyer am Freitagabend während seines Vortrages im Rahmen der Präsentation des Films über die 800-Jahr-Feier.

Inzwischen hat der Rohrberger Kontakt zum Potsdamer Landeshauptarchiv aufgenommen und die Abschrift nochmal prüfen lassen. "In der Urkunde sind Zeugen aufgeführt, deren Namen mit denen auf anderen Dokumenten jener Zeit verglichen wurden. Und dabei stellte man fest, dass diese Leute 1212 noch nicht gelebt haben konnten", erklärte Meyer. Fazit der Experten: Der Verkauf des Dorfes Drenick muss 1252 stattgefunden haben und damit datiert auch die erste urkundliche Erwähnung Rohrbergs 40 Jahre später als zunächst gedacht.

Kirche von 1150 und Ausgrabungen weisen aber auf älteren Ursprung hin

Doch dass es Rohrberg auch 1212 und sogar noch viel früher schon als Dorf gegeben haben muss, dürfte ebenso sicher sein. Ein Beleg ist die romanische Kirche, die um 1150 erbaut wurde und auf deren ältester Glocke sich der Gießer, ein Handwerker namens Hermann, mit einer Zeichnung höchstselbst verewigt hat. "Das war schon eine ziemliche Anmaßung zu damaliger Zeit, denn üblicherweise wurden dort nur Bilder von Heiligen eingeritzt", meinte Heiko Meyer.

Der Rohrberger berichtete zudem von Ausgrabungen an der ehemaligen Müllkippe, bei der 1978 Reste von Grubenhäusern aus dem 8./9. Jahrhundert entdeckt wurden. "Damals lebten also schon Menschen hier, sie nannten die Siedlung vielleicht nur noch nicht Rohrberg", so Meyer, der die zahlreich erschienenen Besucher im kleinen Saal des Landgasthofes Alter Bahnhof auch auf die weitere Entwicklung des Dorfes bis zur heutigen Zeit hinwies. So brannte Rohrberg 1709 und noch einmal am 4. September 1886 jeweils zur Hälfte ab. Bei letzterer Feuersbrunst wurden 16 Höfe mit 30 Gebäuden ein Raub der Flammen, 28 Familien verloren ihr Zuhause.

Mit Spannung warteten die Rohrberger auf die Premiere des knapp 40-minütigen Streifens mit Filmsequenzen und einer 400 Bilder umfassenden Diashow von der 800-Jahr-Feier, die Jens Mattausch von einer Salzwedeler Agentur zusammengestellt hatte.

Videomaterial und hunderte Fotos rufen Jubiläum in Erinnerung

Die Idee zu dem Projekt, das auf DVD verewigt wurde, entstand unmittelbar nach dem Jubiläum. "Wir hatten über zehn Stunden Videomaterial und 1500 Bilder, die galt es zu sichten und zu verarbeiten", berichtete Bürgermeister Bernd Schulz, der sich zunächst mit Silke Niebur und Heiko Meyer an die Arbeit machte und später einen Profi einschaltete.

Zu sehen sind in dem Film auch zahlreiche Aufnahmen vom farbenfrohen Festumzug, an dem sich das ganze Dorf - Bürger, Vereine und Betriebe - beteiligte. "Das war eine tolle Gemeinschaftsleistung", lobte der Bürgermeister, der die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat, solch ein Dorffest öfter auf die Beine stellen zu können. Schließlich sollen bis zum nächsten Großereignis möglichst nicht erst 38 Jahre vergehen, wenn wieder eine 800-Jahr-Feier auf dem Programm steht.

Wer die DVD zum Preis von zehn Euro erwerben möchte, kann diese bei Silke Niebur im Rohrberger Otto-Shop, Schulstraße 1, zu den Geschäftszeiten bekommen.

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