Auf ein Neues. Am Dienstag hat im Böckwitzer Museum die diesjährige Saison begonnen. Der Museumsverein hat große Pläne. Aber es fehlt das liebe Geld. Vereinsvorsitzende Ingrid Schumann warb deshalb vor den Gästen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen um Unterstützung.

Böckwitz l 25 Jahre Mauerfall. 40 Jahre Leben vor und hinter der Mauer. Diesen beiden Themen sind in diesem Jahr sämtliche Veranstaltungen des Böckwitzer Museumsvereins gewidmet. Gestern, traditionell am 1. April, erfolgte der Start in die neue Saison. Entsprechend der Voranmeldungen werden bis zum Herbst mindestens 400 Besucher erwartet. Die allermeisten werden sich rein für die Grenzausstellung und weniger für die landwirtschaftlichen Exponate interessieren. So war es in der Vergangenheit. Und so wird es auch in Zukunft sein, schätzte Vereinsvorsitzende Ingrid Schumann gestern bei der Begrüßung im Backhaus ein.

"Das ist in Eigenleistung nicht zu schaffen"

Doch da gibt es ein Problem. So ist es in den drei kleinen Räumen der Grenzausstellung viel zu eng für größere Reisegruppen. Über die Lösung war man sich vor einigen Wochen bei der Mitgliederversammlung einig geworden. Die Idee eines Anbaus ist vom Tisch. Dafür soll im alten Kuhstall Platz für die Grenzausstellung geschaffen werden. Die derzeit noch im Kuhstall befindlichen landwirtschaftlichen Gerätschaften werden in die Scheune umgeräumt oder, falls mehrfach vorhanden, verkauft (die Volksstimme berichtete).

Der Kuhstall soll also um- und ausgebaut werden. Allerdings: "Das ist in Eigenleistung nicht zu schaffen", betonte Ingrid Schumann. "Das geht über unsere Kräfte hinaus." Sowohl körperlich als auch finanziell. Denn die Kosten werden auf zirka 35000 Euro taxiert. Zudem ist der Verein mit den laufenden Bauarbeiten sowieso schon arg strapaziert: Die Toiletten sind zwar fertig, die Küche fast, aber nun soll der Tagungsraum in Angriff genommen werden.

"Sie haben Einfluss und Ahnung. Bitte geben Sie uns Tipps, wie man an Gelder herankommt", bat Ingrid Schumann die Vertreter aus Kommunen und Politik um Hilfe.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann stellte klar, dass es immer schwieriger wird, Fördermittel zu erlangen. "In diesem Jahr werden wir keine mehr bekommen." Zudem, so mahnte er, muss der Museumsverein seine Hausaufgaben machen. Denn für einen Fördermittelantrag braucht man nicht nur ein klares Konzept, sondern auch eine Bestandsgarantie. Schließlich braucht der Fördermittelgeber Gewissheit darüber, dass das Museum und der Verein noch lange existieren. Matthias Mann bemängelte überdies, dass es mit der Grundstückseigentümerin noch immer keine schriftlich fixierte und notariell beglaubigte Nutzungsvereinbarung gibt. Dennoch fand er auch lobende Worte für den Verein: "In den vergangenen Jahren ist viel erreicht worden. Darauf können Sie stolz sein."

Eckhard Gnodtke vom Altmarkkreis Salzwedel als Vertreter von Landrat Michael Ziche schloss sich diesen Ausführungen an.

"Das Museum ist ein Aushängeschild"

Detlef Loos, Kreisrat des Landkreises Gifhorn und Vertreter von Landrätin Marion Lau, machte deutlich, dass dem Landkreis Gifhorn das Museum in Böckwitz wichtig ist. Des Weiteren stellte er in Aussicht, dass es aus der Stiftung des Landkreises Gifhorn eine Finanzspritze geben könnte. Generell zeigte er sich zuversichtlich, dass die benötigten Mittel generiert werden können. So handelt es sich bei den 35000 Euro um eine Größenordnung, "die man wuppen kann".

Uwe Harms (CDU), Mitglied des Klötzer Stadtrates und Landtagsabgeordneter, wies auf die Bedeutung des Böckwitzer Museums hin: "Die Aufgabe wird mit den Jahren immer wichtiger, da die deutsche Teilung in Vergessenheit gerät." Und: "Das Museum ist ein Aushängeschild für die Region. Wenn wir es touristisch vermarkten wollen, dann müssen wir etwas dafür tun. Die Sache ist es wert."

Jürgen Barth (SPD), ebenfalls Mitglied des Klötzer Stadtrates und Landtagsabgeordneter, versicherte, dass das Böckwitzer Museum von der Politik sehr wohl wahrgenommen wird. So plant seine Partei zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls eine dezentrale Veranstaltung in Böckwitz.

Nur mit schönen Worten wollte sich Jahrstedts Ortsbürgermeister Uwe Bartels allerdings nicht begnügen. "Nicht, dass wir hier herausgehen, aber kein Ergebnis haben." Er forderte, dass beim Fördermittelantrag besonders herausgestellt wird, dass es nur zwei Doppeldörfer gibt, eines in Thüringen und eben Böckwitz-Zicherie. Sein Wunsch für die Zukunft: Das Museum muss für nachfolgende Generationen erhalten bleiben, um über die deutsche Teilung und Wiedervereinigung informieren zu können.

   

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