Oft ist ein Gedanke der Vater für eine zündende Idee. So verhält es sich auch mit dem Ansinnen von Eltern, die ein Bus-Shuttle fordern, das Kindern und Jugendlichen aus der Einheitsgemeinde Klötze den Kino- oder Diskobesuch in Salzwedel ermöglichen würde.

Klötze/Salzwedel l Einen Kino-Bus für mehr Lebensqualität speziell für die Jugend einsetzen, das hält Andreas Schreiber aus Wenze, Vater von zwei Söhnen, für eine gute Idee. Dieser Spezialbus sollte an Freitagen und Sonnabenden zwischen Klötze und Salzwedel verkehren. Für Schneider wäre dieses Angebot in Form eines Rufbusses bereits ausreichend. "Zur Häufigkeit des Pendelns wäre es sicher vorteilhaft, wenn freitags und sonnabends nach 19 Uhr noch ein oder zwei Rufbusse zur Verfügung stünden. Wichtig wäre ein zusätzliches Angebot am Sonnabend und Sonntag in den Morgenstunden", sagt Schneider.

Er sieht die Dinge so: Aktuell fährt der letzte Bus montags bis sonntags von Salzwedel ab 18.52 Uhr direkt nach Klötze. Die letzte Verbindung ab Salzwedel, der Bus 100 in Richtung Gardelegen mit Umsteigen in Wiepke, fährt um 20.05 Uhr. "Für einen Kinobesuch unserer Kinder taugt das kaum. Für die 17-Uhr-Filme ist das vielleicht noch ausreichend, danach wird es schon mehr als knapp", gibt Schneider zu bedenken.

Nach Ansicht von Schneider liegen die Vorteile eines solchen Angebots auf der Hand: Die höhere Sicherheit für die Kinder; Eltern brauchen keine Angst zu haben, dass risikoreiche Mitfahrgelegenheiten eingegangen werden; für Jugendliche und Kinder wäre das Leben in der ländlichen Region attraktiver.

Derartige Angebote sollten nicht kostenlos für die Jugendlichen sein, meint Schneider. Es geht dem Vater um das Angebot an sich. Eine zusätzliche Frage wäre, inwieweit Schülermonatskarten für solche Fahrten genutzt werden könnten. Ab der elften Klasse ist für die Busfahrt zur Schule ein kostenpflichtiges Ticket erforderlich. Sein Sohn benötigt eine Monatskarte für 52,50 Euro. Bis auf einen Eigenanteil von 150 Euro im Jahr werden diese Kosten aber erstattet.

"Mama-Papa-Taxi" darf nicht angeboten werden

Dem Wunsch stehen aber handfeste wirtschaftliche Interessen, ein Fahrplanangebot quasi im Zwei-Stunden-Takt und spezielle Dienstleistungsangebote der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS) entgegen, wie Geschäftsführer Ronald Leh-necke und Diana Woll, Verantwortliche für die Netzplanung und Serviceentwicklung, auflisten. Ein salopp formuliertes "Mama-Papa-Taxi" kann und darf die PVGS nicht anbieten. Dagegen spricht allein schon der Auftrag, drückt es Geschäftsführer Lehnecke aus. "Der entscheidende Grund für unsere Fahrpläne ist die Nachfrage und die Auslastung der Busse, also der Bedarf. Und da spricht die Auslastung gegen diesen Wunschtransfer", führt Diana Woll aus. "Es bestehen durchaus die komplette Woche über regelmäßige Möglichkeiten, Linienbusse zu nutzen, um aus der Fläche nach Salzwedel zu gelangen. Auch meinen wir, dass mit den Zubringerbussen aus den Orten der Einheitsgemeinde Klötze ein gutes Verkehrsnetz am Wochenende bereit steht, um Salzwedel zu erreichen und wieder den Heimweg antreten zu können."

Zudem würde die PVGS entsprechende Tarife für Kinder und Jugendliche anbieten, die sogar einen Veranstaltungsfahrschein beinhalten, so Diana Woll.

"Wenn es von Fahrgästen gewünscht ist, besteht die Möglichkeit, von Salzwedel bis zu einer nahen Diskothek mitgenommen zu werden. Das haben wir so intern abgesprochen", erklärt die Planerin weiter. "Für sogenannte Gelegenheitsverkehre bieten wir unseren speziellen Service mit Mietomnibussen an. Der kann individuell abgesprochen werden."

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann hält den Wunsch nach einem Kino- oder Diskobus für eine interessante Idee, die er aber nicht näher kommentieren möchte.

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