Oebisfelde l Großen Unmut haben einige Mitglieder des Oebisfelder Ortschaftsrates bei der jüngsten Sitzung des Gremiums im Burgverbinder ausgedrückt. "Eines muss ich mal sagen: Die Informationspolitik in dieser Stadt ist unter aller Sau", begann Uwe Peters die Debatte mit drastischen Worten. So würde laut Aussage des Ortsrates die Stadtverwaltung viel zu langsam auf Bürgeranfragen reagieren. "Die Leute kriegen einfach keine Antwort und wissen oft nicht, woran sie sind", kritisierte Peters.

Ortsrat Bernd Schuster ging noch einen Schritt weiter. "Abgeordnete haben überhaupt kein Mitspracherecht, sondern werden oft vor vollendete Tatsachen gestellt." Er gehe jedoch davon aus, dass diese Informationspolitik der Stadtverwaltung zielgerichtet ist, so Schuster. So wolle in seinen Augen Einheitsgemeindebürgermeisterin Silke Wolf Diskussionen auf diese Art und Weise manipulieren.

Bernd Schuster ging kurz auf das Zirkusprojekt ein, das bis vor kurzem noch in Oebisfelde existierte (Volksstimme berichtete). Seiner Meinung nach habe die Verwaltungsspitze in diesem Fall nach "Hörensagen" gehandelt und ohne mit Beteiligten oder Räten zu sprechen einfach eigenmächtig Konsequenzen gezogen. "Wenn es nach dem Zirkustraining in dieser Halle wirklich mal etwas schmutzig war, hätte man doch darüber reden können", so Schuster.

"Bei der letzten Sitzung des Sozialausschusses wurde uns doch noch von dem Zirkusprojekt vorgeschwärmt", erklärte auch Editha Bernick. "Es hat uns nichts gekostet und es soll toll gewesen sein, wir haben nur Lob zu hören bekommen", berichtete die Ortsrätin, die auch Mitglied im Sozialausschuss der Stadt Oebisfelde-Weferlingen ist. "Und dann lesen wir in der Zeitung, dass das Projekt beendet ist und wurden vorher über nichts informiert. Das geht doch nicht", drückte Editha Bernick ihr Unverständnis für den Informationsfluss zwischen Stadtverwaltung und Gremien aus.

Vor allem von der geplanten Schließung der Kindertagesstätte "Wassensdorfer Rabauken" hätten die Sozialausschuss-Mitglieder viel zu spät erfahren. Durch eine vorangegangene Diskussion über die dürftige Kommunikation zwischen allen Beteiligten im Falle der Wassensdorfer Kita-Schließung war die Debatte um die Kommunikationspolitik in der Einheitsgemeinde erst entbrannt. "So kann es nicht weitergehen", waren sich die Ortschaftsräte bei ihrer Zusammenkunft einig und ernteten dafür Applaus von etlichen anwesenden Bürgern, die den Weg in die Rats-Sitzung vor allem wegen der drohenden Kita-Schließung gefunden hatten. "Ich finde, mit ihrem Verhalten blamiert sich die Stadt immer wieder", erklärte auch Rat Frank Häber und wünschte sich, dass mit jedem Beteiligten und vor allem den Abgeordneten mehr gesprochen werde.

Uwe Peters indes nutzte die Gelegenheit, um noch andere Vorgehensweisen im Rathaus zu kritisieren. "Es tut mir leid, aber ich finde immer noch, dass unser Wirtschaftsförderer sein Geld nicht wert ist", kam er auf die bereits im Stadtrat diskutierten Aufgaben von Peter Schorlemmer zu sprechen. Zudem bezeichnete Peters den Internetauftritt der Stadt Oebisfelde-Weferlingen als "Lachnummer". Oebisfelde tauche darin ohnehin nur wenig auf.