Singen ja, kopieren von Liedtexten nein. So lautet die Forderung an Kindertagesstätten bundesweit, die kürzlich in Briefen von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) aufgemacht worden ist. Doch Christian Hinze-Riechers, Hauptamtsleiter der Stadt Klötze, gibt Entwarnung: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Klötze. Zunächst sorgten die Briefe an 36 000 Kindergärten, die von der Gema für die zuständige VG Musikedition in Kassel verschickt worden sind, für Aufregung, dann für Kopfschütteln und Unverständnis. Doch für Christian Hinze-Riechers ist diese Forderung nichts Neues. "Das Thema ist jetzt nur in aller Munde, weil jemand die Sache mit den Briefen in die Öffentlichkeit gebracht hat", sagt der Hauptamtsleiter. Er wolle die Regelung, dass für das Kopieren von Liedtexten in Kitas Gebühren anfallen, und zwar pro 500 Blatt 56 Euro im Jahr, nicht anzweifeln. Das sei nun mal so und auch hinlänglich bekannt. "In der Realität kümmert es ohnehin keinen, es wird überall lustig kopiert", weiß Hinze-Riechers. "Die Frage ist doch, muss ich solche Kopien machen", bringt er die Sache auf den Punkt. Die Kindergartenkinder könnten sowieso nicht lesen und würden die Liedtexte auch ohne Kopien auswendig lernen. Oder es müssen andere Möglichkeiten gesucht, zum Beispiel Liederbücher gekauft werden.

Stadt zahlte insgesamt 1400 Euro Gebühren

Insgesamt musste die Stadt Klötze im vergangenen Jahr rund 1400 Euro Gema-Gebühren für Sporthallen, Schulen, Feuerwehren und Veranstaltungen wie den Martinimarkt bezahlen. Da kommt einiges zusammen, auch wenn sie über Rahmenverträge beispielsweise für Musik in Schulen, bei denen die Einheitsgemeinde der Träger ist, 20 Prozent Rabatt bekommt.

Einen solchen Rahmenvertrag für die Kindergärten der Einheitsgemeinde abzuschließen, empfiehlt Christian Hinze-Riechers nicht. "Das lohnt sich nicht", begründet er.

Das gilt auch für Gesangsvorträge der Kleinen. Zwar sind die Kita-Kinder immer wieder gern gesehene Gäste besonders bei Seniorenveranstaltungen, wo sie mit ihren Programmen auftreten. Doch meist sind diese kleinen Feiern nicht öffentlich, weshalb für das Liedgut keine Gebühren anfallen. Bürgermeister Matthias Mann: "Man muss dem Kind auch den richtigen Namen geben."